Continental Mobilitätsstudie 2015 »Wir erwarten keine deutlich spürbare Abkehr vom eigenen Auto«

97 Prozent der Befragten empfinden Autofahren als komfortabel, 93 Prozent macht es Spaß.
97 Prozent der Befragten empfinden Autofahren als komfortabel, 93 Prozent macht es Spaß.

Der Verzicht auf das eigene Auto kommt für die Mehrheit der Autofahrerinnen und -fahrer in Deutschland nicht in Frage. Laut »Continental Mobilitätsstudie 2015« befinden sich Fahrzeuge zu großer Mehrheit (83 Prozent) in persönlichem Besitz. Doch gilt das auch für jüngere Fahrer?

Im Auftrag von Continental wurden in der zweiten Jahreshälfte 2014 von infas in Deutschland 1.800 und in den USA 2.300 (Nicht-)Autofahrer (repräsentativ) sowie jeweils 400 Fahrzeughalter (qualitativ) in Deutschland, den USA, Frankreich, Japan und China befragt. Interviews mit Experten aus der Automobilindustrie und Forschung ergänzen die Studienergebnisse um die fachliche Betrachtungsweise. Laut Studie nutzen hiesige Autofahrer im Alltag gerne das eigene Auto – trotz eines erhöhten Verkehrsaufkommens. So erachten 97 Prozent das Autofahren für komfortabel, 93 Prozent macht es Spaß. Ein schlechtes Gewissen haben deshalb nur wenige – lediglich 7 Prozent finden es unvernünftig. Auf Car-Sharing- Angebote greift nur ein Prozent der Befragten zurück.

Dabei ist die Präferenz für den Autobesitz oder die Fahrfreude keine Frage des Alters oder Wohnorts. Für 85 Prozent der 18- bis 30-Jährigen ist das eigene Auto immer noch die erste Wahl. Darüber hinaus legt rund jeder zweite Städter (46 Prozent) Wert auf das eigene Fahrzeug und die Mehrheit (69 Prozent) fährt genauso gerne mit dem Auto wie Landbewohner (66 Prozent). Die Entscheidung für einen Führerscheinerwerb als Eintrittskarte für individuelle Automobilität hängt letztlich ebenso vom Geldbeutel ab wie der Besitz eines eigenen Autos: Bei den unter 30-Jährigen ohne Führerschein (22 Prozent) sind für zwei von drei Befragten Kostengründe ausschlaggebend. Gleiches gilt für diejenigen mit gültiger Fahrerlaubnis, aber ohne eigenes Auto (27 Prozent der unter 30-Jährigen). Aus finanziellen Gründen verzichten 59 Prozent dieser Gruppe auf ein eigenes Fahrzeug.

„Autofahren ist und bleibt vor allem emotions- und weniger vernunftgetrieben. Die große Mehrheit ist gerne im Auto unterwegs und will darauf im Alltag nicht verzichten. Mittelfristig erwarten wir deshalb keine deutlich spürbare Abkehr vom eigenen Auto“, sagte der Continental-Vorstandsvorsitzende, Dr. Elmar Degenhart, anlässlich der Veröffentlichung der Studienergebnisse.

Für die Generation Smartphone forderte Degenhart die konsequente Vernetzung des Autos als Teil des Internets: „Entgegen der immer wieder zu hörenden gegenläufigen These wollen auch Jüngere immer noch ein eigenes Auto besitzen. Aber es muss intelligenter werden und Informationen auf digitalem Weg schneller senden, erhalten und verarbeiten. Es liegt also an der Automobilindustrie selbst, mit der Lebenswirklichkeit und den Wünschen junger Menschen Schritt zu halten und zum Beispiel das Angebot vernetzter Dienste im Fahrzeug auszubauen.“