PKW-Neuzulassungen Weitere Stabilisierung auf dem europäischen Automarkt

Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in der EU stieg im April um 4,6 Prozent, im bisherigen Jahresverlauf legten die Verkäufe um 7,4 Prozent zu. In Deutschland sieht die Situation jedoch anders aus.

Obwohl die Osterfeiertage in diesem Jahr in den April fielen, lagen die meisten großen Absatzmärkte im April im Plus: Spanien (plus 28,7 % – dank Abwrackprämie), Großbritannien (+8,2 %), Frankreich (+5,8 %) und Italien (+ 1,9 %) verzeichneten jeweils positive Wachstumsraten. Nur in Deutschland gingen die Verkäufe zurück – um 3,6 Prozent.

Für das Gesamtjahr prognostiziert Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young, zwar einen leichten Anstieg der Neuwagenverkäufe. Er betont aber: „Der Neuwagenmarkt erholt sich, er bleibt aber volatil – sowohl in Deutschland als auch europaweit. Rückschläge sind nicht ausgeschlossen, so lange sich die Wirtschaftslage nicht nachhaltig verbessert“. Vor allem aber müsse das außerordentlich niedrige Ausgangsniveau berücksichtigt werden: „Die aktuellen Wachstumsraten relativieren sich angesichts des massiven Einbruchs in den Vorjahren. So wurden im bisherigen Jahresverlauf in der EU zwar 5 Prozent mehr Autos verkauft als 2013 – aber 20 Prozent weniger als im Jahr 2008“. Damals wurden EU-weit 5,4 Millionen neue Pkw zugelassen – in diesem Jahr waren es gerade einmal 4,3 Millionen. „Der europäische Automarkt befindet sich immer noch in einer Krise“, fasst Fuß angesichts dieser Zahlen zusammen.

Zu schaffen machten den Herstellern sowohl die hohen Überkapazitäten als auch der massive Preisdruck – gerade in Deutschland und Frankreich werden nach wie vor hohe Rabatte gewährt, um den Verkauf anzukurbeln, was sich weiter negativ auf die Margen auswirkt: „Das Absatzwachstum gerade im Volumensegment ist teuer erkauft – die steigenden Verkaufszahlen sind nicht zuletzt auf hohe Rabatte zurückzuführen“, so Fuß. Jetzt müsse der leichte Aufwärtstrend in Europa genutzt werden, um die Rabatte zurückzufahren. Ob das allerdings im erforderlichen Umfang gelinge, bleibe angesichts des heftigen Wettbewerbs zweifelhaft.

Zudem lege derzeit vor allem das Niedrigpreissegment zu – ablesbar etwa am Erfolg der Billigmarke Dacia, die in den ersten vier Monaten des Jahres die Verkäufe um 40 Prozent steigerte – und damit den französischen Herstellern einen kräftigen Schub gab: Deren Verkäufe legten im bisherigen Jahresverlauf um 12 Prozent zu.