Ex-Infineon-CEO glaubt an Diesel-Hybrids Umweltfreundlichere SUVs sollen Jaguar/Land Rover in China voranbringen

Zur Peking Motor Show war neben Entwicklungschef Dr. Wolfgang Ziebart (ganz links) auch das weitere Top-Management von jaguar Land Rover erschienen.
Zur Peking Motor Show war neben Entwicklungschef Dr. Wolfgang Ziebart (ganz links) auch das weitere Top-Management von Jaguar Land Rover erschienen.

Spät, aber vielleicht nicht zu spät setzt jetzt auch Jaguar/Land Rover auf eine lokale Produktion mit einem chinesischen Partner. Leichtbau-Karosserien und Diesel-Hybrid-Antriebe sollen das zuletzt starke Wachstum in China vorantreiben.

Entwicklungschef bei Jaguar/Land Rover ist seit seinem Ausscheiden als CEO beim deutschen Halbleiterhersteller Infineon und einer anschließenden kurzen Selbstfindungsphase Dr. Wolfgang Ziebart, der ja vor seiner Infineon-Zeit beim Zulieferer Continental tätig war und somit durchaus als autoaffin gilt.

Auf der Peking Motor Show präsentierte Ziebart zusammen mit seinen Management-Kollegen die China-Strategie der Engländer, welche freilich von einer vergleichsweise kleinen Basis kommend zuletzt enormes Wachstum verbuchen konnten: Im 1. Quartal 2014 wurden mehr als 29.500 Fahrzeuge ausgeliefert, 36 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. 2014 wird die Händlerzahl zudem von 150 auf 200 ausgebaut und im Westen Chinas ein zusätzliches Regionalbüro eröffnet.

Diese administrativen Maßnahmen alleine reichen natürlich nicht aus, um Erfolg zu haben. Ziebart verkündete daher nicht ohne Stolz, die weltweit ersten Diesel-Hybrid-SUVs in Aluminum-Leichtbauweise entwickelt zu haben, welche umweltbewusste Chinesen ansprechen sollen. Ein 16,3 Millionen Pfund schweres "Evoque_e" genanntes Forschungsprogramm soll die Batterietechnik vorantreiben, zudem werden spezifische für den chinesischen Markt entwickelte Infotainment-Systeme in der Sprache Mandarin geliefert.

Nach eigenen Angaben ist Ziebart in den letzten Jahren vor allen Dingen eines klar geworden: Chinesische Kunden verbinden mit Autos Emotionen und wünschen sich einen "thrilling drive", einen Ausdruck den man eigentlich mit Achterbahnen verbindet.

Last but not least wurde zusammen mit dem chinesischen Partner Chery auch eine 10,9 Mrd. Yuan (ca. 1,27 Mrd. Euro) große Investition in ein lokales Werk bekanntgegeben, das für 130.000 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt wurde und "dem chinesischen Markt exakt das geben soll, was er von Jaguar Land Rover China benötigt" - was immer das heißen soll.