Winterkorns Erbe Matthias Müller übernimmt Vorsitz des Vorstands bei Volkswagen

Matthias Müller - bis dato Porsche-Chef - übernimmt den Vorsitz des Vorstandes bei Volkswagen.
Matthias Müller - bis dato Porsche-Chef - übernimmt den Vorsitz des Vorstandes bei Volkswagen.

Wie erwartet wird Matthias Müller den Vorsitz des Vorstands des Volkswagen AG übernehmen. Das beschloss der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am Freitag in Wolfsburg.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat auch eine neue Führungsstruktur für den Volkswagen Konzern und Marken sowie die Region Nordamerika beschlossen, die Marken und Regionen stärken soll. 

Der Aufsichtsrat hat eine Neuordnung der Konzernaktivitäten in Nordamerika beschlossen. Die Märkte USA, Mexiko und Kanada werden in der neu geschaffenen Region Nordamerika zusammengefasst und maßgeblich gestärkt. Die Leitung der Region übernimmt zum 1. November als Konzernverantwortlicher Prof. Dr. Winfried Vahland, bisher Vorstandsvorsitzender von Škoda. Er gehört in seiner neuen Funktion dem Volkswagen Markenvorstand an. Die Nachfolge von Prof. Vahland als Vorstandsvorsitzender von Škoda übernimmt Bernhard Maier, bislang Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG. Michael Horn bleibt Präsident und CEO der Volkswagen Group of America.

Die Führungsstruktur richtet sich auf Konzernebene konsequenter nach dem technischen Baukastensystem aus. Dies enthält je nach Fahrzeugsegment (Volumen-, Premium-, Sport- und Nutzfahrzeug) standardisierte technische Grundlagen. Für den Sportwagen- und den Mittelmotorbaukasten wird daher eine Porsche-Markengruppe mit Bentley und Bugatti eingerichtet. Die Baukastenstrategie wird beim Vorstandsvorsitzenden des Konzerns noch enger geführt; dafür wird ein eigener Bereich geschaffen.

Die Audi-Markengruppe mit Lamborghini und Ducati bleibt bestehen, ebenso die Nutzfahrzeug-Holding sowie die Bereiche Power Engineering und Financial Services. Die Volumen-Marken Volkswagen (maßgeblich verantwortlich für den Modularen Querbaukasten), Seat und Škoda werden jeweils durch einen Konzernvorstand in diesem Vorstandsgremium vertreten.

Der Fokus der Konzernfunktionen soll stärker auf Effizienz und Zukunftsthemen ausgerichtet werden. Dazu werden organisatorische Einheiten gegründet, zum Beispiel für die Konzern-Produktstrategie, für neue Geschäftsfelder, für Kooperationen und Beteiligungen, für das Thema Connected Car und für die CO2-Steuerung. Darüber hinaus wird ein Chief Technology Officer im Auftrag des Konzernvorstands technische Entwicklungen konzernweit analysieren und gegebenenfalls mit steuern.

Zugleich werden bestehende Gremien, Strukturen und Abläufe auf Konzernebene gestrafft, besonders durch Aufwertung der Marken und der regionalen Eigenverantwortung. Die Marke Volkswagen erhält dazu eine Führungsstruktur mit vier Regionen, jeweils vor Ort gesteuert von einem CEO mit direkter Berichtslinie an den Vorstandsvorsitzenden der Marke, Herbert Diess.

Das Produktionsressort im Konzernvorstand, zurzeit kommissarisch geleitet von Thomas Ulbrich, entfällt mit sofortiger Wirkung. Das ist eine Konsequenz aus der Verlagerung von Verantwortung in die Marken und Regionen.