Massive Kritik nach Dieselgipfel Forderungen an Autobauer

Zeitlich mit dem Dieselgipfel in Berlin demonstrieren Aktivisten von »BUND Naturschutz in Bayern e.V.« unterhalb der Bavaria-Statue an der Theresienwiese in München.
Zeitlich mit dem Dieselgipfel in Berlin demonstrieren Aktivisten von »BUND Naturschutz in Bayern e.V.« unterhalb der Bavaria-Statue an der Theresienwiese in München.

Politik und Konzerne haben sich zusammengesetzt, um Millionen Diesel sauberer zu machen. Die Ergebnisse sind nicht nur der Opposition zu wenig.

Die beim Dieselgipfel zugesagten Nachbesserungen zur Schadstoff-Senkung haben scharfe Kritik und weitergehende Forderungen ausgelöst. »Die Automobilbranche muss von ihrem hohen Ross herunter und wieder mehr ihrer Verantwortung für die Gesellschaft und für ihre Kunden gerecht werden«, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) der Passauer Neuen Presse (Donnerstag). Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte der Bild-Zeitung, für die Industrie beginne nun die Bewährungszeit. »Weitere Maßnahmen müssen folgen.« Mit Blick auf möglicherweise drohende Fahrverbote in mehreren Städten betonte er: »Die gesetzlichen Vorgaben zur Luftreinhaltung gelten.«

Beim Dieselgipfel hatten die deutschen Hersteller neue Abgas-Software für rund 5,3 Millionen Autos zugesagt, um den Ausstoß des Atemgiftes Stickoxid zu verringern. Darunter sind auch 2,5 Millionen Fahrzeuge von Volkswagen, für die nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte schon Nachrüstungen angeordnet wurden.

Zusätzliche Umbauten am Motor, die wesentlich teurer wären, lehnte die Branche allerdings ab. Die Hersteller wollen den Kauf neuer, sauberer Autos mit Prämien ankurbeln, die sie selber zahlen. An diesem Donnerstag sollen die Obleute mehrerer Bundestagsausschüsse von der Bundesregierung über die Gipfel-Ergebnisse informiert werden.