CAM-Studie Die Rückruf-Trends 2014

Rückrufquoten der Pkw-Hersteller im Jahr 2014 (im US-Markt, in Prozent).
Rückrufquoten der Pkw-Hersteller im Jahr 2014 (im US-Markt, in Prozent).

Rückrufe erreichen im Jahr 2014 in vielen relevanten Automobilmärkten einen Negativ-Rekord. Vor allem in den USA stieg die Rückrufquote auf 379 Prozent, d.h. es wurden fast vier Mal so viele Fahrzeuge zurückgerufen, wie im gleichen Jahr neu zugelassen wurden.

Nach Berechnungen des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach wurden im Jahr 2014 allein auf den Referenzmarkt USA über 62,7 Mio. Pkw zurückgerufen. Damit wurden mehr als doppelt so viele Fahrzeuge wegen sicherheitsrelevanter Mängel in die Werkstätten beordert wie im bisherigen "Spitzenjahr" 2004. Auch in weiteren Ländern wurden in 2014 Rekordrückrufwerte erreicht (z.B. Japan, Kanada).

Absoluter Negativ-Spitzenreiter im Jahr 2014 ist der General-Motors-Konzern mit einer Rückrufquote von 912 Prozent. Der amerikanische Branchenprimus rief in 84 Rückrufaktionen allein im US-Markt insgesamt fast 27 Mio. Fahrzeuge zurück und damit rund 40 Prozent aller seiner dort befindlichen Pkw. Die größten Rückrufe betreffen Zündschlossmängel, die zu zahlreichen tödlichen Unfällen beigetragen haben.

Die zweithöchste Rückrufquote weist mit 577 Prozent Honda auf (Vorjahr: 182 Prozent). Honda musste im US-Markt über 8,9 Mio. Fahrzeuge zurückrufen. Ein Großteil der Rückrufe entfällt dabei auf fehlerhafte Airbags, die durch den japanischen Zulieferer Takata hergestellt wurden. Bei fast 900.000 Fahrzeugen wurden zudem undichte Benzinleitungen festgestellt. Die Plätze 3 bis 6 auf der Negativrangliste belegen Chrysler, Mitsubishi, Toyota und Mazda.

Unter den deutschen Herstellern kommt BMW auf eine zum Vorjahr kaum veränderte Rückrufquote von 227 Prozent. Insgesamt mussten fast 900.000 Fahrzeuge des Premiumherstellers in die Werkstätten. Mit über 700.000 Rückrufen entfiel dabei ein Großteil auf sicherheitsuntaugliche Airbags, die in Modellen der 3er Baureihe eingebaut waren. Volkswagen kam zwar mit einer deutlich unterdurchschnittlichen Rückrufquote von 161 Prozent aus, musste jedoch auch nahezu eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten beordern. Darunter waren allein fast 450.000 Pkw des Modells Jetta bzw. Beetle, die Qualitätsprobleme bei der Hinterachse aufwiesen.

Daimler zählte mit einer Rückrufquote von 76 Prozent neben Volvo (keine Rückrufe) wie im Vorjahr zu den qualitätsstärksten Herstellern. Bei einigen Mercedes-Modellen gab es fiel die Heckleuchte aus, weswegen rund 250.000 Pkw zurückgerufen werden mussten. Deutlich unterdurchschnittlich schnitten in diesem Jahr auch Subaru (91 Prozent) sowie Nissan (125 Prozent) und Jaguar/Land Rover (126 Prozent) und Hyundai (130 Prozent) ab.