Ernst & Young-Analyse Deutsche Automobilindustrie erhält in China einen kräftigen Dämpfer

Die Absätze in China gingen 2015 erstmals zurück: Die deutschen Hersteller zusammen konnten 4,4 Millionen Fahrzeuge in China verkaufen – das ist ein Prozent weniger als noch 2014. Und das während die Konkurrenz zulegen konnte: Der Gesamtmarkt in China stieg um neun Prozent an.

Etwas mehr als 20 Millionen Autos konnten alle Hersteller im vergangenen Jahr in China insgesamt verkaufen. Die Folge: Auch beim Marktanteil verloren die deutschen Autobauer an Boden. Zusammen kamen sie auf einen Marktanteil von knapp 22 Prozent – 2014 waren es noch 24,2 Prozent und im bisher besten Jahr 2012 war mit einem Anteil von 25,4 Prozent sogar mehr als jedes vierte Auto auf Chinas Straßen ein deutsches Fabrikat.

Für den Einbruch verantwortlich ist vor allem der Rückgang bei der Volkswagen-Gruppe, die von allen deutschen Herstellern am meisten vom chinesischen Markt abhängig ist: Die Wolfsburger verkaufen mehr als jedes Dritte Auto in China. Die Verkaufszahlen in China und der Anteil des Marktes am Gesamtabsatz des Konzerns ging jetzt aber zurück – um einen Prozentpunkt auf 36 Prozent. In China selbst betrug der Volkswagen-Anteil am Gesamtmarkt nur noch 17,7 Prozent – das sind 2,3 Prozentpunkte weniger als 2014 und bedeutet den niedrigsten Wert seit 2010.

Auch für BMW machte der chinesische Markt einen Prozentpunkt weniger am weltweiten Absatz aus – 21 Prozent aller Fahrzeuge verkaufte der Münchener Konzern dort im vergangenen Jahr. Der Anteil am Gesamtabsatz sank leicht von 2,5 auf 2,3 Prozent. Einzig Mercedes-Benz Cars konnte sich in China steigern, kommt allerdings auch von einem niedrigeren Niveau als die Konkurrenz und konnte an der Gesamtentwicklung wenig ändern. China machte für den Stuttgarter Konzern 19 Prozent des Gesamtgeschäftes aus, nach 18 Prozent im Vorjahr. Der Marktanteil in China stieg leicht von 1,7 auf 1,9 Prozent.

Das sind Ergebnisse einer Analyse der Prüfungsgesellschaft Ernst & Young, für die die weltweiten Pkw-Verkäufe der Automobilkonzerne analysiert wurden. Trotz des Rückschlags gehen die Analysten aber davon aus, dass der chinesische Markt für die deutsche Automobilindustrie auch in den kommenden Jahren der wichtigste Wachstumstreiber bleiben wird.

Zum Thema

Freescale-Cup: Großes Finale: China übertrumpft alle
Elektronikfertigung: Renault und Dongfeng eröffnen erstes Werk in China