Bosch-Studie Bei synthetischen Kraftstoffen wird CO2 zum Rohstoff

Eine Bosch-Studie zeigt großes Einsparpotenzial an CO2 durch die Nutzung von synthetischen Kraftstoffen.
Eine Bosch-Studie zeigt großes Einsparpotenzial an CO2 durch die Nutzung von synthetischen Kraftstoffen.

eFuels binden bei der Herstellung CO2. Das Treibhausgas wird so zum Rohstoff und mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom lässt sich daraus Benzin, Diesel oder Gas herstellen.

»Synthetische Kraftstoffe können Benziner und Diesel CO2-neutral machen und einen großen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung leisten«, betont Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Robert Bosch. Wie groß dieser Beitrag allein im Pkw-Bestand Europas wäre, haben Experten des Zulieferers errechnet: Bis 2050 könnte der konsequente Einsatz von synthetischen Kraftstoffen ergänzend zur Elektrifizierung bis zu 2,8 Gigatonnen CO2 einsparen. Das entspricht der dreifachen Menge des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes von Deutschland im Jahr 2016.

Um die in Paris gesteckten Klimaziele zu erreichen, müssen die CO2-Emissionen des Verkehrs in den nächsten vier Jahrzehnten weltweit um 50 Prozent gesenkt werden, in den Industriestaaten um mindestens 85 Prozent. Auf Elektromobilität allein zu setzen, wird dabei nicht ausreichen, ist sich Dr. Denner sicher: »Um die künftigen Klimaziele zu erreichen, braucht es neben der Elektromobilität weitere intelligente Lösungen.« Denn selbst wenn alle Autos eines Tages rein elektrisch fahren: Flugzeuge, Schiffe und selbst Lkw werden auch zukünftig überwiegend mit Sprit angetrieben. CO2-neutrale Verbrennungsmotoren, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, sind deshalb ein vielversprechender weiterer Pfad – und zwar auch im Pkw. Hinzu kommt, dass synthetische Kraftstoffe sich so entwickeln lassen, dass sie praktisch rußfrei verbrennen. Damit können die Kosten der Abgasnachbehandlung reduziert werden.

Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass das bestehende Tankstellennetz weiter zur Verfügung steht. Selbiges gilt auch für das bestehende Know-how bei der Verbrennungstechnik. Und obwohl Elektroautos in den nächsten Jahren deutlich günstiger werden, könnte sich die Entwicklung der Kraftstoffe lohnen. Bosch hat errechnet, dass je nach Kosten der eingesetzten regenerativen Energie ein mit eFuels betriebener Hybrid bis zu einer Laufleistung von maximal 160.000 km günstiger sein könnte als ein Langstrecken-Elektroauto.