Verkehrssicherheit Bei Rot bleibe steh'n, bei Grün kannst Du geh'n – die Ampel wird 100

1924 installiert Siemens auf Berlins Potsdamer Platz die erste automatisch arbeitende Verkehrsampelschaltung.
1924 installiert Siemens auf Berlins Potsdamer Platz die erste automatisch arbeitende Verkehrsampelschaltung.

Vor 100 Jahren, am 5. August 1914, wurde im US-amerikanischen Cleveland die erste elektrische Verkehrsampel in Betrieb genommen. 10 Jahre später leuchtete auch in Deutschland eine und zwar auf dem Potsdamer Platz in Berlin, wo heute noch deren Nachbau steht. Seitdem hat die Ampel viel für die Verkehrssicherheit getan. Bald könnte sie auch mit dem Fahrzeug kommunizieren.

Eigentlich gab es bereits 1868 in London eine mit Gas betriebene Anlage, die ein rotes oder grünes Lichtsignal zeigt und manuell betrieben wurde. Allerdings explodierte diese. In Deutschland nahm Siemens 1924 den bekannten fünfeckigen Ampelturm am Potsdamer Platz in Berlin in Betrieb

Mittlerweile sind nach Angaben von Siemens deutschlandweit etwa 1,5 Millionen Lichtsignalanlagen im Einsatz. Als Teil eines computergesteuerten Verkehrsleitsystems dienen sie zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Qualität des Verkehrsablaufs und finden ihren Einsatz vor allem an Kreuzungen und Straßen mit viel Verkehr. Ein Vorteil der Ampel ist, dass sie im Gegensatz zu vorfahrtgeregelten Kreuzungen auch dem Verkehr aus der untergeordneten Richtung bei hoher Verkehrsbelastung in der Hauptrichtung Zeit für die Überquerung der Kreuzung bzw. Straße einräumt. Dies vermeidet Staus und macht Ampelkreuzungen mit viel Verkehr leistungsfähiger als Kreuzungen ohne Ampel.

 

modernen Mikroprozessoren
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100 Jahre elektrische Ampel

Keine Zukunft ohne Lichtsignalanlagen auf deutschen Straßen

Mit modernen Mikroprozessoren, intelligenter Software und Cloud-basierten Lösungen lässt sich der Verkehr für Metropolen und insbesondere für regionale und nationale Hauptstädte effizienter gestalten. Der nächste große Schritt für die Ampel wird die vernetzte Kommunikation zwischen Personen, Infrastruktur und Fahrzeugen sein.

Und wie sieht nun die langfristige Entwicklung für die Ampel aus? Dazu Wilke Reints, Entwicklungsleiter der Geschäftseinheit Intelligent Traffic Systems der Business Unit Road and City Mobility bei der Siemens AG, Sektor Infrastructure & Cities: "Ich kann mir zwei Szenarien vorstellen: Entweder das autonome Fahren entwickelt sich rasant weiter und es sind künftig nur noch autonome Fahrzeuge zugelassen – dann wird die Ampel sozusagen 'virtualisiert'. Das bedeutet, der Fahrer selbst wird vermutlich gar keine Lichtzeichen mehr sehen. Für Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer bräuchten wir dann aber immer noch ein Signal. Für wahrscheinlicher halte ich aber das Szenario, dass sich das autonome Fahren langsam weiterentwickelt und in 20 Jahren sowohl autonome als auch manuell gesteuerte Fahrzeuge am Verkehr teilnehmen. In diesem Fall bleiben uns die Ampeln noch lange erhalten."