VDA Automobilzulieferer stehen vor neuen Herausforderungen

Steigende Umsatzanteile, aber auch ein schärferer Wettbewerb: Die Internationalisierung ist für die deutschen Automobilzulieferer Chance und Bedrohung zugleich. Das gilt insbesondere für die asiatischen Wachstumsmärkte.

Die deutschen Automobilzulieferer haben seit der Krise neue Stärke gewonnen, sehen sich aber zugleich härterem Wettbewerb ausgesetzt. „Nur wer weltweit unterwegs ist oder weltweit liefert, kann deshalb von den wachstumsstarken Märkten profitieren und auf Dauer erfolgreich sein. Auch kleine und mittelgroße Zulieferer treiben ihre Internationalisierung voran", sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf einer Pressekonferenz in München. Die weiterhin noch angespannte Marktlage in Europa verstärke zusätzlich den Druck zur Internationalisierung. Bräunig erläuterte weiter: "Den intensiven Wettbewerb in Europa sind die deutschen Zulieferer gewohnt. Nun kommen neue Wettbewerber auch aus Korea und China hinzu, die vor allem an den Auslandsstandorten der deutschen Hersteller mitspielen."

Die deutschen Zulieferer sind außerhalb Deutschlands an insgesamt nahezu 2.000 Standorten aktiv. Besondere Dynamik entwickeln sie auf den asiatischen Wachstumsmärkten. Seit dem Jahr 2001 hat sich der Umsatzanteil vieler deutscher Zulieferer mit Kunden in Asien deutlich erhöht. Er liegt heute bei knapp 10 Prozent, bei manchen großen Zulieferern sogar noch deutlich höher. Der VDA-Geschäftsführer betonte weiter: "Unsere Zulieferer wissen: Die künftigen automobilen Wachstumsmärkte liegen außerhalb Europas, derzeit vor allem in China und in den USA, mittel- und langfristig auch in Indien und Südamerika." Die dynamischste Entwicklung finde weiterhin in China statt – dem Land mit den höchsten Marktzuwachsraten und mit dem inzwischen größten Automobilmarkt. "Die deutschen Zulieferer beschäftigen in China heute mehr als 70.000 Mitarbeiter und setzen dort jährlich mehr als 10 Mrd. Euro um", sagte Bräunig. Aufgrund der großen Exportaktivitäten konnten die Zulieferer 2013 an ihren inländischen Standorten die Beschäftigung mit 291.000 Mitarbeitern auf hohem Niveau stabil halten. Gleichzeitig konnte der Umsatz der deutschen Automobilzulieferindustrie gesteigert werden: Mit gut 70 Mrd. Euro wurde 2013 das Rekordniveau des Jahres 2011 übertroffen.