PKW-Neuzulassungen Aufwärtstrend auf dem europäischen Automarkt hält an

Der westeuropäische Automarkt bleibt auf Wachstumskurs: Die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in der EU stieg im ersten Quartal um 8,4 Prozent, im März ging es sogar um 10,6 Prozent aufwärts. Damit war der März der siebte Monat in Folge mit einer positiven Wachstumsrate.

Zwar stabilisiere sich der Aufwärtstrend in Europa – in weiten Teilen handele es sich dabei aber um ein künstliches – auf Preisnachlässen und Abwrackprämien basierendes – Wachstum, gibt Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young, zu bedenken: „In Spanien hält eine Abwrackprämie den Neuwagenmarkt auf hohem Niveau. Und in Deutschland und Frankreich geht die ruinöse Rabattschlacht im Volumensegment ungebremst weiter – die Verkaufszahlen steigen zwar, dafür sinken die Margen“. Von den großen europäischen Automärkten entwickle sich derzeit allein der britische Markt nachhaltig positiv, so Fuß.

Für eine Entwarnung sei es daher zu früh, betont Fuß: „Der März 2014 war in absoluten Zahlen der zweitschlechteste März in den vergangenen zehn Jahren – die Zahl der Neuwagenverkäufe lag zwar um 10,6 Prozent über dem Vorjahreswert, aber damit dennoch noch leicht – um 0,4 Prozent – unter dem Niveau von 2012.

EU-weit legten die deutschen Autobauer im ersten Quartal um 7 Prozent zu – weltweit gelang ihnen ebenfalls ein Wachstum um 7 Prozent: „Die deutschen Autokonzerne steuern auch 2014 auf einen neuen weltweiten Absatzrekord zu“, erwartet Fuß. Hauptwachstumstreiber bleibt der chinesische Markt, wo die deutschen Autobauer in den ersten drei Monaten des Jahres um 17 Prozent zulegen konnten. 32 Prozent aller von deutschen Autokonzernen verkauften Fahrzeuge wurden im ersten Quartal im Reich der Mitte neu zugelassen.

Ohne das Wachstum auf dem chinesischen Markt hätte das weltweite Absatzwachstum der deutschen Hersteller nur bei 2 Prozent gelegen. „Der chinesische Absatzmarkt entwickelt sich derzeit für alle drei deutschen Autokonzerne sehr gut. Zum Glück: Denn der US-Markt erweist sich derzeit als sehr schwierig und auf dem europäischen Markt sind kaum noch auskömmliche Margen zu erzielen“, kommentiert Fuß.

Westeuropa werde sich im laufenden Jahr im Vergleich zum historischen Tiefstand des Vorjahres weiter leicht positiv entwickeln, erwartet Fuß: „Der europäische Automarkt wird sich nach dem Tiefpunkt des vergangenen Jahres nun weiter stabilisieren und langsam wieder Fuß fassen.“ Für das Gesamtjahr erwartet Fuß einen Anstieg der Neuzulassungen im mittleren einstelligen Prozentbereich – sowohl in Deutschland als auch EU-weit. Dennoch dürfte 2014 das zweitschlechteste Jahr der vergangenen zehn Jahre werden.

Vor dem Ende dieser Dekade wird der europäische Automarkt das Vorkrisenniveau nicht erreichen, als EU-weit 15,6 Millionen Neuwagen verkauft wurden – für das laufende Jahr rechnet Fuß mit insgesamt 12,4 Millionen Neuzulassungen. „Die schwache Wirtschaftsentwicklung und die sehr hohe Arbeitslosigkeit in den europäischen Krisenländern wird bis auf weiteres eine nachhaltige Erholung des Automarktes verhindern“.

In der EU ging der Marktanteil der deutschen Hersteller erstmals seit 2009 wieder zurück – von 36,9 Prozent im Gesamtjahr 2013 auf 35,4 Prozent im ersten Quartal 2014. auf dem hohen Niveau des Vorjahreszeitraums. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 lag der Marktanteil deutscher Autobauer in der EU nur bei 31 Prozent.