PKW-Verkäufe in der EU 2013 war das schlechteste Jahr seit 20 Jahren

Mit knapp 11,9 Millionen neu zugelassenen PKW war das Gesamtjahr 2013 das schlechteste Jahr seit 1993, als in der EU etwa 10,9 Millionen Fahrzeuge gekauft wurden. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 wurden EU-weit noch fast 15,6 Millionen PKW neu zugelassen.

Dank eines relativ starken vierten Quartals gingen die Pkw-Verkäufe in Europa im Gesamtjahr 2013 „nur“ um 1,3 Prozent zurück – im ersten Quartal hatte es noch ein Minus von 9,8 Prozent gegeben. Von den großen Absatzmärkten kann aktuell allerdings nur Großbritannien einen echten Aufwärtstrend vorweisen, Spanien ist nur dank einer Abwrackprämie im Plus. In Deutschland und Frankreich konnte der Zuwachs im vierten Quartal in erster Linie durch Rabattaktionen erreicht werden.

„Nach dem Einbruch in der ersten Jahreshälfte hat sich der europäische Automarkt im zweiten Halbjahr auf niedrigem Niveau stabilisiert – mehr aber auch nicht“, beobachtet Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young (EY). „Bei dem relativ starken Jahresendspurt spielten massive Preisnachlässe und die spanische Abwrackprämie eine wichtige Rolle“, schränkt Fuß ein. „Eine substanzielle Erholung wird vorerst weiter auf sich warten lassen. Die südeuropäischen Absatzmärkte einschließlich Frankreich dürften auch 2014 im Krisenmodus bleiben: Hohe Arbeitslosigkeit, wirtschaftliche Stagnation und die Investitionszurückhaltung der Unternehmen verhindern eine bessere Entwicklung.“

Besonders stark betroffen von der europäischen Autokrise sind die südeuropäischen Hersteller PSA, Renault und Fiat, deren Verkäufe 2013 insgesamt um 4,0 Prozent zurückgingen. Die deutschen Autobauer verzeichneten hingegen einen minimalen Anstieg um 0,04 Prozent. Dementsprechend steigt der Marktanteil der deutschen Autohersteller in der EU weiter. Im Jahr 2013 lag er bei 37 Prozent – 2009 kamen die deutschen Hersteller hingegen nur auf einen Marktanteil von 31 Prozent. Der Marktanteil der französischen, italienischen und US-Konzerne sank hingegen von 50 Prozent im Jahr 2009 auf 42 Prozent.

Trotz der schwachen Entwicklung in Europa haben die drei deutschen Autokonzerne im vergangenen Jahr jeweils Absatzrekorde erzielt: Der weltweite Gesamtabsatz stieg um 6 Prozent von 12,3 auf 13,0 Millionen Autos. Am stärksten zulegen konnte Daimler (+10 %) vor BMW (+6 %) und Volkswagen (+5%). Der chinesische Absatzmarkt gewinnt für die deutschen Konzerne weiter massiv an Bedeutung – und entsprechend auch die Abhängigkeit vom Reich der Mitte: 2013 verkauften die deutschen Autokonzerne fast jedes dritte Fahrzeug (31 Prozent) in China – im Vorjahr lag der Anteil noch bei 28 Prozent. Der Anteil des Absatzmarkts EU sank von 35 auf 34 Prozent.