»Zukunftstechnologien des Automobils«

Unter dem Motto »Zukunftstechnologien des Automobils« führte die Bayerische Staatsregierung ein Expertengespräch über Elektromobilität in Nürnberg mit führenden Forschungseinrichtungen durch.

Der Freistaat Bayern hat neben einigen Automobilherstellern und -zulieferern auch eine große Industrie- und Forschungslandschaft in Schlüsselbranchen wie Elektromotorenbau und Leistungselektronik. Um die führende Stellung in diesem Bereich auch in Zukunft zu erhalten und auszubauen, ist eine intensive Kooperation von Politik, Industrie und Forschung erforderlich. Das Expertengespräch als Auftakt für diese konzertierte Zusammenarbeit soll die möglichen technischen Ansätze in ihren wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekten erfassen und bewerten. Dazu haben Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Umweltminister Markus Söder Unternehmen der Automobilindustrie und Energiewirtschaft sowie Vertreter der Forschung und der Verbraucher zum Gespräch nach Nürnberg eingeladen.

Zu den Anwesenden zählte auch das Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie (IISB) – eine der führenden Forschungseinrichtungen in Bayern auf dem Gebiet der Leistungselektronik und Antriebstechnik für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Dr. Martin März, Leiter des Zentrums für Kraftfahrzeug-Leistungselektronik und Mechatronik (ZKLM) des IISB sieht kurz- und mittelfristig Hybridfahrzeuge als Weg in die Elektromobilität, langfristig ergänzt durch einen wachsenden Anteil reiner Elektrofahrzeuge.

Das Konzept reiner Elektrofahrzeuge erfordert aber die Verfügbarkeit eines geeigneten elektrischen Energiespeichers, an den sehr hohe Anforderungen in Bezug auf Kosten, Lebensdauer, Sicherheit, Energiedichte und Einsatztemperaturbereich gestellt werden. Dies ist für eine breite Marktabdeckung mit »batterieelektrischen« Autos heute noch nicht gegeben. Auf der Basis von Lithium-Ionen-Technologien ließe sich die Wirtschaftlichkeitsschwelle für ein fahrzeugtaugliches Speichersystem aber zur Mitte des nächsten Jahrzehnts erreichen. Zudem kommen neben den bereits für den elektrischen Antriebsstrang von Hybridfahrzeugen zu entwickelnden Komponenten neue Systeme im Bereich der Netzankopplung und der für die »Betankung« der Fahrzeuge nötigen Infrastruktur hinzu.

Der anstehende Technologiewandel im Automobilbau wird erhebliche Veränderungen in der Branche und den Wertschöpfungsketten mit sich bringen. Kompakte und effiziente Leistungselektronik wird hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Noch im Jahr 2009 fließen 3,7 Mio. Euro aus dem Konjunkturprogramm I in ein Prüfzentrum für Hybrid- und Elektrofahrzeuge an die Fraunhofer-IISB-Standorte in Erlangen und Nürnberg.

Mehr Informatives und Wissenswertes rund um die Mobilitätslösung der Zukunft erfahren Sie in unserem Elektromobilität-Spezial.