Zetsche: Emissionsfreies Auto wird kommen

Für Daimler- und Mercedes-Benz-Chef Dieter Zetsche ist es unausweichlich, dass der Verbrennungsmotor durch einen emissionsfreien Antrieb ersetzt werden muß. Dies erklärte er in einem eben veröffentlichten Interview.

»Der für uns während der vergangenen 120 Jahre zentrale Antrieb wird nicht von heute auf morgen, aber dennoch stückweise einem Antrieb weichen müssen, der emissionsfrei ist,« so Zetsche im Gespräch mit dem Branchen-Informationsdienst »PS-Automobilreport«. Und weiter: »Die Frage ist, wie schnell, wie breit und letztlich auch mit welcher Technologie sich dieser Wandel vollzieht.« Zetsche zufolge sei die Entscheidung zwischen vollelektrisch und Brennstoffzelle noch nicht getroffen.

Daimler arbeitet laut Zetsche intensiv in beiden Richtungen und ist überzeugt »auf beiden Gebieten ganz vorn zu sein«. Mit der Li-Ionen-Batterie sei Mercedes-Benz das erste Unternehmen auf dem Markt, und mit der Brennstoffzelle sei man so weit, nicht nur die technische Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen zu können. Nötig sei jedoch noch eine entsprechende Wasserstoff-Infrastruktur. »Wir hoffen, dass diese Voraussetzungen geschaffen werden können, sodass wir Mitte des nächsten Jahrzehnts in der Lage sind, Brennstoffzellenantriebe in hohen Stückzahlen anbieten zu können.«

Mercedes-Benz beschäftigt sich auch mit dem Elektroauto, wie Zetsche betont. »Das Gute daran ist, dass wir - egal, ob Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeug praktisch über das gleiche Auto sprechen«, hob Zetsche hervor. Das Brennstoffzellen- und das batteriebetriebene elektrische Fahrzeug sind von der elektrischen Versorgung aller Nebenaggregate, von der Regeneration bis hin zur Batterie identisch. »Der große Vorteil von Wasserstoff besteht in der Reichweite von gut 400 Kilometern und zweiminütiger Betankung«, resümiert Zetsche. Das Elektroauto biete eine Reichweite von 100 bis 150 Kilometer bei einer Ladezeit von sechs bis sieben Stunden. Große Fortschritte habe Mercedes-Benz bei den Kosten der Systeme erzielt, »sodass wir in die Größenordnung heutiger Kosten kommen können«.