Webasto kauft Geschäftseinheit Cabrio-Dachsysteme von Edscha

Webasto übernimmt die Vermögenswerte der Geschäftseinheit Cabrio-Dachsysteme von Edscha. Die Übernahme steht aber noch unter den üblichen Vorbehalten der Kartellbehörden. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Entsprechende Verträge haben Dr. Jörg Nerlich, Insolvenzverwalter der Edscha Gruppe, und Dr. Holger Engelmann, Vorstand von Webasto und verantwortlich für den Geschäftsbereich Convertible, Roof & Body, gestern Abend unterzeichnet. Dadurch sind die europaweit 1.200 Arbeitsplätze der Geschäftseinheit – 800 davon an den beiden deutschen Standorten in Hengersberg und Regensburg - vorerst gesichert. »Ich freue mich, dass wir eine Lösung mit dem Partner gefunden haben, der der Cabrio-Sparte von Edscha die aussichtsreichsten Perspektiven bietet«, so Nerlich.

Nach Ansicht des Insolvenzverwalters stellt die Trennung der Geschäftsbereiche Cabrio-Dachsysteme von den Karosserieprodukten die bestmögliche Lösung für das Unternehmen, die Beschäftigten und die Gläubiger des Automobilzulieferers dar. »Unser Ziel war und ist es, die Edscha Gruppe so aufzustellen, dass sie langfristig erfolgreich auf dem Markt positioniert ist«, erklärt Nerlich. »Unter diesen Voraussetzungen ist die Konzentration auf das Kerngeschäft eine strategisch zukunftsträchtige Entscheidung«.

Die Teilübernahme – begleitet durch die UBS Investment Bank und Ziems + Partner – ist ein Zeichen dafür, dass auch in der globalen Wirtschaftskrise eine Sanierung in der Insolvenz gelingen kann. »Auch bei der Suche nach Investoren für die größere Geschäftseinheit Karosserieprodukte liegen wir im Zeitplan«, erklärt Nerlich. »Ich bin zuversichtlich, bis zum Spätsommer eine Einigung mit einem potenziellen Partner zu erzielen«. Laut dem Insolvenzverwalter besteht großes Interesse, was auf ein solides Fundament und eine hohe Attraktivität der Edscha Gruppe für potenzielle Investoren hindeutet.

Anfang Februar dieses Jahres hatte der Vorstand von Edscha Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die europäischen Standorte gestellt, worauf Rechtsanwalt Dr. Jörg Nerlich von der Kanzlei Görg Rechtsanwälte zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde. Grund für den Insolvenzantrag waren die massiv rückläufigen Entwicklungen am weltweiten Automobilmarkt in Kombination mit einem deutlich verschlechterten Zugang zur Finanzierung auf den Kapitalmärkten.