ZF Technologie-Tag 2015: Von wendigen Stadtflitzern bis zum vollautomatisierten Fahren

Auf dem Weg zum autonomen Fahren: Der Abstandsregeltempomat hält die eingestellte Geschwindigkeit und passt die Geschwindigkeit an das vorausfahrende Fahrzeug an. Die Lenkung folgt aktiv den Spurmarkierungen. Per Blinker lässt sich ein vollautomatisiertes Spurwechselmanöver einleiten.
Auf dem Weg zum autonomen Fahren: Der Abstandsregeltempomat hält die eingestellte Geschwindigkeit und passt die Geschwindigkeit an das vorausfahrende Fahrzeug an. Die Lenkung folgt aktiv den Spurmarkierungen. Per Blinker lässt sich ein vollautomatisiertes Spurwechselmanöver einleiten.

Der Traditionskonzern ZF Friedrichshafen hat mit der Übernahme des Automobilzulieferers TRW sein Produktspektrum deutlich verbreitert. Dies spiegelte sich auf dem Technologie-Tag des fusionierten Unternehmens wider, das nun fast sämtliche Bausteine für das automatisierte Fahren aus einer Hand anbieten kann, wie das „Smart Urban Vehicle“ zeigte.

Nach der Zustimmung aller Kartellbehörden hat die ZF Friedrichshafen AG mit dem „Closing“ am 15. Mai 2015 die Übernahme von TRW Automotive vollzogen. TRW wird seither als fünfte Division innerhalb des ZF-Konzerns geführt, der in diesem Jahr gleichzeitig sein 100 jähriges Bestehen feiert. Schwerpunkt des anlaufenden Integrationsprozesses ist es, das laufende Kundengeschäft uneingeschränkt weiterzuführen. Parallel arbeiten mehrere Expertenteams an einer langfristigen Synchronisierung aller Unternehmensprozesse.

 

Auch die Forschung und Entwicklung zielt darauf, das Innovationspotenzial der beiden Unternehmen früh zu nutzen. Dabei stehen die strategischen Ziele Effizienz, Sicherheit und automatisiertes Fahren im Mittelpunkt. „Die Integration von TRW in den ZF-Konzern hat ein klares Ziel: Als einer der weltweit führenden Zulieferer wollen wir der Automobilindustrie komplette Systemlösungen für die Megatrends der Zukunft zur Verfügung stellen“, erklärt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender von ZF. Das vereinte Unternehmen verfügt schon zahlenmäßig über ein enormes Potenzial: An rund 230 Standorten in rund 40 Ländern der Erde ist es aktiv, nahezu jeder Automobilhersteller der Welt steht auf der Kundenliste. 134.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2014 in Summe einen Umsatz von mehr als 30 Mrd. Euro. Das gemeinsame Produkt- und Technologieportfolio deckt bei Pkw die Antriebs- und Fahrwerktechnik mit aktiven und passiven Sicherheitssystemen. Gerade den Zukunftstrend zum vollautomatisierten Fahren kann ZF nun nahezu komplett aus einer Hand bedienen, vom Automat- und Achsgetriebe über aktive Fahrwerksysteme bis zu Fahrerassistenzsysteme inklusive Kamera- und Radarsystemen, Lenkung, elektrischer Steuerung und Software sowie Fahrzeugbediensystemen.

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Impressionen vom ZF Technologie-Tag 2015

Auf dem ADAC-Testgelände in Linthe fand der ZF Technologie-Tag 2015 statt.

„Die Zusammenlegung unserer Forschungs- und Entwicklungskapazitäten wird uns in die Lage versetzen, zukunftsweisende Technologien zu entwickeln“, erlärte Sommer. Dabei geht es nicht nur um das Zukunftsthema Automatisiertes Fahren, wo der erweiterte ZF-Konzern schon heute ein großes Spektrum an Assistenzsystemen anbieten kann. Dazu zählt etwa ein „Highway Driving Assist“ oder ein Parkassistent, der künftig das Einparken vereinfachen kann. ZF wird auch jene Sensoren und Aktuatoren weiterentwickeln, mit denen sich der Reifegrad der aktuell schon serientauglichen Systeme weiter steigern lässt.

Auch beim Thema Effizienz ergänzen sich die Kompetenzen, wie ein Blick auf die Entwicklung von Hybrid- oder rein elektrischen Antrieben zeigt. Hier profitiert der vergrößerte ZF-Konzern künftig vom Bremsen-Know-how seiner neuen Division, etwa wenn es um die Rekuperation von Bremsenergie geht. Auch beim strategischen Ziel Sicherheit lassen sich mit den Möglichkeiten des ZF-Konzerns neue Wege beschreiten, der auch weiterhin etwa fünf Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren möchte. So wird es nun möglich, die Vernetzung von Lenkung, aktivem Fahrwerk und Stabilitätsprogramm anzubieten und damit die Sicherheit der bisherigen, meist nur durch Bremseingriffe regulierenden Stabilitätssysteme, deutlich zu erhöhen. Ebenso könnte ZF die Kompetenzen bei Sensorik und aktiven Dämpfungssystemen im Sinne einer vorausschauenden Fahrwerkdämpfung weiterentwickeln.