Umsätze mit Automotive-Halbleitern in den USA rückläufig

Laut einer Studie von Strategy Analytics wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres im Durchschnitt um elf Prozent weniger Automobile in den USA verkauft als noch im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung hat einen Umsatzrückgang für Automotive-Elektronik und -Halbleiter in Höhe von 290 Mio. Dollar zur Folge. Die Lage wird sich aber noch weiter verschärfen.

Die US-Verkaufszahlen für SUVs, Minivans und Pick-Up-Trucks sind in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 20 Prozent, die für Personenwagen um zwei Prozent gefallen. Dies entspricht einem durchschnittlichen Rückgang um elf Prozent über alle Fahrzeugsegmente hinweg. Als Grund für diese Entwicklung werden der gestiegene Ölpreis und die Bankenkrise angeführt. Daher lassen sich »durstige« Fahrzeuge, wie SUVs oder Pick-Up-Trucks, auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten nur noch schwer absetzen.

Da viele Käufer, die üblicherweise SUVs, Minivans oder Pick-Ups fahren, in diesem Jahr lieber ein Fahrzeug aus dem D-Segment gekauft haben, sind die Auswirkungen bei den Elektronik- und Halbleiter-Herstellern bisher nicht all zu groß. Ein Fahrzeug aus dem D-Segment verfügt über einen wesentlich höheren Elektronikanteil als ein Pick-Up-Modell. Aber viele Käufer sind direkt in das B-Segment gewechselt, da diese Fahrzeuge sparsamer im Verbrauch und in der Anschaffung sind. Allerdings ist der Elektronikanteil in diesem Segment deutlich geringer als im D-Segment bzw. als bei SUVs, Minivans oder Pick-Ups.

Der Absatzverlust ist aber in allen Segmenten spürbar. Folglich sinkt auch die Nachfrage nach Halbleiterprodukten in der Automobilindustrie. Insgesamt sind die Umsätze für Elektronik und Halbleitern für den Automotive-Markt, im Vergleich zu den ersten acht Monaten des Jahres 2007, um 290 Mio. Dollar zurückgegangen. Für das gesamte Jahr 2008 rechnen die Analysten mit einen Rückgang um 430 Mio. Dollar auf rund 5,42 Mrd. Dollar. Im gesamten Bilanzjahr 2007 lag dieser noch bei knapp 5,85 Mrd. Dollar. Somit entspräche dies einem Umsatzrückgang von 7 Prozent. Ohne diese Verschiebung, vor allem ins B-Segment, wäre der Rückgang um 20 Mio. Dollar niedriger ausgefallen.

Eines ist laut den Analysten sicher: Die rückläufigen Verkaufzahlen über alle Segmente hinweg, werden in Zukunft einen noch größeren Einfluss auf die Halbleiternachfrage haben. General Motors, Ford und Chrysler mussten überdurchschnittlich hohe Absatzeinbußen verkraften. Die Hersteller von sparsamen kleinen Fahrzeugen des B-Segments, wie Kia, Mini oder Scion, hingegen konnten ihre Verkaufszahlen steigern.