Tesla Motors feuert Gründer

Wo Licht ist, ist auch Schatten. - Die Öko-Sportwagen-Schmiede Tesla Motors hat Medienberichten zufolge ihren Präsidenten und Firmengründer entlassen. Grund dürfte das nachhaltige Ausbleiben des im Voraus bejubelten Roadster sein. Die kalifornischen Promis werden nun auf Frühjahr 2008 vertröstet – wenn es dabei bleibt.

Denn die Zweifel wachsen, ob Tesla das publicity-trächtige Elektroauto überhaupt wie geplant produzieren und ausliefern kann. Der Roadster ist für die Elektroauto-Branche ein Vorzeigeobjekt. Kaliforniens Prominenz um George Clooney, Arnold Schwarzenegger sowie die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin haben den Wagen vorbestellt, der so schnell wie ein Porsche 911 Turbo beschleunigen soll.
 
Tesla Motors hatte in der letzten Woche verkündet, Martin Eberhard werde sein Amt als Präsident niederlegen und wolle eine beratende Funktion im Unternehmen ausüben. Der 47-jährige Elektroingenieur hatte 2003 die Firma in Kalifornien gegründet und mit aufgebaut, um einen Sportwagen zu produzieren, der nur von Akkus angetrieben wird. Jetzt hat sich die Firma anscheinend komplett von ihrem Gründer getrennt. Eberhard selbst erklärte dies auch im Forum des Tesla Motor Clubs den Fans des schnellen Elektroautos: »I am no longer with Tesla Motors - neither on its Board of Directors nor an employee of any sort.« 

Bereits im August war Martin Eberhard vom Amt des Vorstandsvorsitzenden entbunden worden, vermutlich wegen des immer wieder verzögerten Produktstarts. Erst zwei Monate später wurde der neue Chef Ze'ev Drori eingesetzt. Mitte 2006 hatte Tesla noch die Auslieferung des Roadster für Anfang 2007 versprochen. Seitdem wurde der Termin immer wieder verschoben. Zuletzt versprach das Unternehmen, die 600 vorbestellten Fahrzeuge im Oktober 2007 auszuliefern. Jetzt heißt es, im ersten Quartal 2008 sollen 50 Fahrzeuge übergeben werden.

Das Karosserie-Design des Tesla Roadster kommt vom britischen Sportwagen-Hersteller Lotus und basiert auf Lotus Elise. Der Roadster soll in weniger als vier Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen, als Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller 201 km/h an. Die Reichweite soll über 360 Kilometer betragen. Der Preis des 189 kW/257 PS starken Elektro-Sportwagen wird bei rund 67.500 Euro liegen. Angetrieben werden soll der Roadster von Li-Ionen-Akkus, wie sie auch in Laptops oder Handys eingesetzt werden. Doch genau das ist der Knackpunkt.

Es wäre bemerkenswert, wenn es Tesla gelingen würde, Autos mit Li-Ionen-Antrieb zu liefern, lange vor Herstellern, die schon seit Jahren im Bereich Elektroautos forschen. Toyota etwa will in der nächsten Prius-Generation statt Nickel-Metallhydrid-Akkus Lithium-Ionen-Blöcke einsetzen. Doch wird sich dies erheblich verzögern, weil die Akkus bei hohen Temperaturen Feuer fangen können. Aus der Computer-Branche ist das Phänomen bekannt, seit die Batteriespeicher von Laptops verschiedener Hersteller in Flammen aufgegangen waren. Sony hatte deswegen 2006 einen Akku-Rückruf gestartet.
 
Es hat den Anschein, als sei Tesla Motors in seiner Produktplanung zu optimistisch gewesen. Unser Tipp: Vielleicht mal bei Evonik anrufen.