Tata Motors: Chaos rund ums Nano-Werk in Singur

Tata Motors hat den Aufbau und die Inbetriebnahme des Werks in Singur, Indien, wo der Nano vom Band laufen sollte, wegen der anhaltenden Unruhen rund um das Werksgelände vorübergehend gestoppt. Mit der Entscheidung will Tata die Arbeiter vor Ort vor gewaltsamen Übergriffen, zu denen es in der Vergangenheit schon gekommen ist, schützen.

Tata hat die aktuelle Situation in Singur nach einem fünftägigen Baustopp geprüft und glaubt, dass sich die unberechenbare Lage rund um das Werksgelände nicht ändern wird. Die Automobilzulieferer, die ganz in der Nähe des Werksgeländes ebenfalls in neue Standorte investieren, sind durch die Entscheidung von Tata ebenfalls gezwungen ihre Arbeit niederzulegen.

Wegen der aktuellen Lage in Singur prüft das Unternehmen alternative Standorte für die Produktion des Nano. Ein detaillierter Plan zur Verlegung der Anlagen und Maschinen an einen alternativen Standort wird bereits erstellt. Um den Einfluss dieser Entscheidung zu minimieren, wurde die Verteilung des bereits aus der Provinz West Bengal angeworbenen Personals auf andere Produktionsstandorte geprüft.

Der Aufbau des Standorts Singur musste in der Vergangenheit schon vielen Komplikationen gegenüber stehen. Seit dem 24. August 2008 aber blieben immer mehr Arbeiter und Fachleute aus dem Ausland der Baustelle fern beziehungsweise traten die Heimreise an, da sie wiederholt gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt waren. Bis einschließlich den 28.08.2008 ruhte der gesamte Baubetrieb in Singur. Aus diesen Gründen wird im Management von Tata der Ruf nach einer Standortverlagerung immer lauter.

Seit Januar 2007 arbeiten insgesamt 4000 Arbeiter an der Fertigstellung der Produktionsstätten, die nahezu abgeschlossen ist. Insgesamt 60 Zulieferunternehmen für das Nano-Projekt haben nahe des Werksgeländes in Standorte und Equipment investiert. »Die Lage rund um das Nano-Werk ist immer noch feindlich und furchterregend. Ich sehe keinerlei Möglichkeit, dass dieses Werk je effizient produzieren wird, solange sich die Verhältnisse vor Ort nicht ändern.«