Nationale Plattform Elektromobilität Steuerung der öffentlichen Förderung

In einigen Ländern wird Elektromobilität bereits von Seiten der Regierung direkt gefördert. Mit der Gründung der Geschäftsstelle Elektromobilität ist nun eine Institution entstanden, die auch in Deutschland die Förderung von Elektrofahrzeugen zentral steuern könnte.

Am 3. Mai empfig die Kanzlerin Vertreter der Automobil-, Energie- und Technologieindustrie, um sich über ein gemeinsames Arbeitsprogramm zur Förderung der Elektromobilität zu verständigen. Dabei ging es vorrangig um Forschungsbeihilfen für die deutsche Industrie gehen, die nach Meinung der Unternehmensberatung Bain & Company bei der Entwicklung serienreifer Elektrofahrzeuge deutlich hinter der internationalen Konkurrenz aus China, Frankreich, Japan und den USA hinterher hinkt. Eine aktuelle Bain-Analyse zeigt, dass in diesen Ländern teilweise seit mehr als zehn Jahren eine entsprechende Förderpolitik betrieben wurde – in Japan sogar fast 40 Jahre lang.

Obwohl mit dem Konjunkturpaket II von 2009 bis Ende dieses Jahres 500 Mio. Euro an Fördermitteln in die Elektromobilität geflossen sind, wurde bisher nur wenig für die deutsche Industrie erreicht, so die Bain-Analyse. „Die Mittel des Konjunkturpakets II von 2009 wurden ohne einen ministerienübergreifenden Masterplan an die unterschiedlichsten regionalen Pilotprojekte verteilt“, sagt Gregor Matthies, Partner und Automobilexperte bei Bain & Company in München. „Aufgabe der neuen Geschäftsstelle E-Mobilität des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums muss es deshalb sein, die Förderung nach einem integrierten Konzept mit klaren Prioritäten zentral zu steuern. Zudem müssen die vielen laufenden Forschungsprojekte aufeinander abgestimmt und viel stärker miteinander vernetzt werden.“