Steuerbefreiung für Neuwagen: 82 Prozent der Autofahrer halten sie für sinnlos

Laut einer Umfrage der Internet-Community Motor-Talk.de stellt ein Steuererlass für 82 Prozent der Autofahrer keinen Kaufanreiz dar. Hauptkritikpunkt an dieser Regelung ist, dass sie nicht primär schadstoffarme Autos belohnt.

Die Bundesregierung hat soeben in einem Maßnahmenpaket zur Belebung der Konjunktur beschlossen, Käufern von Neuwagen zwölf Monate lang die Kfz-Steuer zu erlassen. Beim Kauf eines schadstoffärmeren Autos (Euro-5 und Euro-6) gilt die Steuerfreiheit sogar 24 Monate lang. Doch eine repräsentative Umfrage unter den knapp 500.000 Mitgliedern der Online-Community ergab, dass 82 Prozent der Teilnehmer diese Subventionierung für uneffektiv halten. Gerade mal 13 Prozent sehen die neue Regelung als gute Idee, 4 Prozent sind unentschieden.

Die meisten Nutzer bezweifeln, dass die Steuerersparnis von 100 oder 200 Euro Verbraucher zum Kauf animiert. Darüber hinaus kritisieren die Autofahrer, dass nicht die Schadstoffarmut an sich belohnt wird. Während ein Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoß subventioniert wird, muss der Fahrer eines bereits gekauften umweltfreundlichen Autos zahlen.

Auch die Tatsache, dass die Höhe der Steuer nach wie vor nach Hubraum und nicht nach Schadstoffausstoß berechnet wird, führt zu Ungerechtigkeiten. Laut Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) würde nach der Regelung der Erwerb des spritsparenden Kleinwagens Smart mit 40,50 Euro subventioniert werden, der knapp drei Tonnen schwere Geländewagen Q7 mit 500 PS und 298 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer hingegen mit 1.852,80 Euro. Das bedeutet, vom Steuernachlass profitieren vor allem Käufer von Neuwagen mit großen Hubraum und hohem Kraftstoffverbrauch.

Was sich die Verbraucher wünschen, sind effektive Maßnahmen der Regierung, die verantwortungsbewusstes Handeln fördern. Beides, so befürchtet die Mehrheit der Umfrageteilnehmer, wird der Steuererlass für Neuwagen nicht erfüllen.