LED-Fahrzeugscheinwerfer Situationsgesteuerte Anpassung ganz ohne mechanische Elemente

Weiterentwickelte LED-Technik von Mercedes-Benz.
Weiterentwickelte LED-Technik von Mercedes-Benz.

Individuelles Einschalten einzelner LEDs statt mechanischer Lichtverteilung: Die sogenannte „Active Multibeam LED“-Technik soll im kommenden Jahr bei Mercedes-Benz Premiere feiern.

Bislang wurden einzelne Funktionen, wie das Kurvenlicht oder das blendfreie Fernlicht, mechanisch gesteuert. Die neue Technik erlaubt die gezielte Ansteuerung vieler einzelner LED eine sehr große Flexibilität bei der Lichtverteilung. Jede einzelne LED kann individuell eingeschaltet werden und somit exakt gezielte Bereiche ausleuchten. Die unterschiedlichen Lichtfunktionen werden unabhängig voneinander angesteuert. Eine Anpassung des Fahrlichts an die aktuelle Verkehrssituation ist somit noch präziser. Der Scheinwerfer kann das Lichtbild sehr schnell und unauffällig anpassen – und zwar für den linken und rechten Scheinwerfer jeweils individuell. Steuergeräte berechnen 100-mal pro Sekunde das ideale Lichtbild. Informationen erhält das System über eine Kamera.

LED (Licht emittierende Dioden) kennzeichnen heute den Stand der Technik bei Fahrzeugscheinwerfern. Drei Vorteile sind ausschlaggebend. Das Fahrlicht ist der Farbe des Tageslichts am nächsten. Dadurch kommt LED-Licht den Sehgewohnheiten des Menschen entgegen. Untersuchungen zeigen, dass künstliches Licht das Auge umso weniger anstrengt, je näher seine Farbe am Tageslicht ist. Mit einer Farbtemperatur von 5.500 Kelvin liegt LED-Licht näher am Tageslicht (6.500 K) als Xenon-Licht (4.200 K). Die LED-Technik ist außerdem deutlich energieeffizienter als herkömmliche Leuchtmittel und verbraucht je nach Einsatzgebiet rund 75 Prozent weniger Strom. Bei höherer Lichtleistung im Vergleich zu konventionellen Beleuchtungssystemen benötigt beispielsweise das energiesparende LED-Abblendlicht nur 34 Watt und ist damit viel effizienter als Halogen- (110 bis 120 Watt) und Xenonlicht (80 bis 84 Watt, Angaben jeweils pro Fahrzeug). Bis zu 0,05 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer oder 2,1 Gramm CO2 pro Kilometer lassen sich so im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Halogen-Abblendlicht einsparen. Last, but not least: LED halten erheblich länger als herkömmliche Leuchtmittel. Die durchschnittliche Lebensdauer liegt mit 10 000 Stunden rund fünfmal höher als die einer Xenonlampe.

Seit Frühjahr 2013 sind bei der Mercedes-Benz E-Klasse sowohl das Abblendlicht als auch die Tagfahrleuchten in LED-Technologie ausgeführt. Die neue S-Klasse wird erstmals ausschließlich mit LED-Scheinwerfern ausgerüstet und besitzt keine herkömmlichen Leuchtmittel mehr. Die Active Multibeam LED-Technik soll im nächsten Jahr zum Einsatz kommen.