Seoul: Kabellos aufladbares Elektroauto vorgestellt

Ein kabellos aufladbares Elektroauto wurde vergangene Woche im Seoul Grand Park im Beisein von Oh Se-hoon, Bürgermeister der Stadt Seoul, und Suh Nam-pyo, Präsident des Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST), in Betrieb genommen.

Das als On-Line Electric Vehicle (OLEV) vorgestellte Fahrzeug erhält den Strom über einen elektrischen Ladestreifen, der ungefähr 5 cm unter der Strasse eingelassen ist. Es handelt sich hierbei um ein Pilotprojekt im Themenpark. Im Zuge dessen hat der Seoul Grand Park die mit Diesel-Motoren betriebenen Shuttle-Züge (auch bekannt als "Elefanten-Züge") durch das umweltfreundlichere OLEV ersetzt.

Entwickelt wurde das OLEV vom KAIST und wird kabellos über eine 400 Meter lange Strecke mittels Elektrostreifen aufgeladen. Dadurch kann es weitere 400 Meter mit vollgeladenem Akku zurücklegen. Der spezielle Elektrostreifen erzeugt ein Magnetfeld, durch das das die entstandenen Magnetkraft kabellos an das Fahrzeug übertragen und in Elektrizität umgewandelt wird, die das Fahrzeug dann zum Antrieb nutzt. Das OLEV soll im Seoul Grand Park zum Befahren einer 2,2 km langen Rundstrecke eingesetzt werden.

Bei Untersuchungen wurde festgestellt, dass durch das beim Antrieb erzeugte Magnetfeld keine Gesundheitsrisiken entstehen. Durch eine Segmentierungstechnologie, bei der Strom nur abschnittsweise erzeugt wird, entsteht ein nur minimales Magnetfeld. Laut Stadtverwaltung wurden während eines zweimonatigen Tests im Februar dieses Jahres Messungen durchgeführt, die unterhalb des internationalen Standards von 62,5 mG lagen.

Darüber hinaus hat die Stadtregierung von Seoul (The Seoul Metropolitan Government) die Absicht, das OLEV als Teil seines öffentlichen Busverkehrs einzusetzen. In Seoul werden ungefähr 30 Prozent des Personennahverkehrs über Busse abgewickelt; mit einem Gesamtstreckennetz von insgesamt 90,2 km. Daher wären kabellos aufladbare Elektrobusse an Busfahrspuren in 25 Stadtgebieten eine attraktive grüne Alternative für Seoul. Aus diesem Grund plant die Stadtregierung, noch dieses Jahr die Voraussetzungen für die Einführung weiterer OLEVs zu schaffen. Bis zum Jahr 2020 sollen umweltfreundliche Fahrzeuge im gesamten öffentlichen Personennahverkehr, einschließlich Taxis und Busse, eingesetzt werden, um so die Luftverschmutzung und die Entstehung von Treibhausgasen zu verringern. Auch der offizielle Fuhrpark der Stadtregierung soll durch umweltfreundliche Autos ersetzt werden.