Schaeffler will Continental schlucken

Die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach will Medienberichten zufolge Continental übernehmen. Ein Gebot von mehr als 10 Mrd. Euro wird für den heutigen Montag erwartet. Schaeffler soll angeblich auch zu einer feindlichen Übernahme bereit sein.

Continental sei am Freitagabend von Schaeffler kontaktiert worden. Sollte die Übernahme gelingen, würde damit ein Familienunternehmen einen Dax-Konzern schlucken. Die Conti-Aktien legten bereits kräftig zu. Die Schaeffler-Gruppe nutzt mit ihrem Angebot den drastischen Verfall der Continental-Aktie in den letzten zwölf Monaten. Das Unternehmen hat in diesem Zeitraum fast die Hälfte seines Börsenwerts verloren und lag am Freitag bei 8,7 Mrd. Euro.

Den Autozulieferer belastet die Integration des VDO-Geschäfts, das im Dezember für 11,4 Milliarden Euro von Siemens gekauft wurde. Auch gerät Conti wegen steigender Rohstoffpreise und sinkenden Autoabsatzes weiter unter Druck.

Schaeffler müsste bei einem erfolgreichen Gebot auch die Schulden von Continental von 11 Mrd. Euro übernehmen. Die Finanzierung soll über ein Konsortium um die Royal Bank of Scotland gesichert sein. Branchenkenner vermuten, Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger werde Conti-Bereiche wie etwa die Reifensparte verkaufen, um einen Teil der Kredite zu tilgen. Geißinger wies diese Vermutung allerdings mit einem Hinweis auf die Rentabilität der Reifensparte zurück.

Von Continental verlautete, man wolle sich gegen eine feindliche Übernahme wehren. Bei Conti sei man gesprächsbereit gegenüber Investoren, die den Konzern nicht zerschlagen wollten und die langfristige Strategie des Unternehmens unterstützten.

Laut Medienberichten hat Schaeffler über mehrere Kanäle bereits ein Continental-Aktienpaket im Bereich von etwa 30 Prozent erlangt.