Saab: Jetzt stehen die Bänder

Das erste Opfer der weltweiten Automobilkrise, der insolvente Hersteller Saab, stellt aufgrund von Zahlungsproblemen die Produktion ein. Die schwedischen Behörden verboten kurzerhand die Anlieferung und Auslieferung von Material oder Autos.

Wegen ausstehender Zollgebühren, die Saab hätte bis dato entrichten müssen, haben die schwedischen Behörden jegliche Anlieferung oder Auslieferung von Material oder produzierten Autos für das Stammwerk Trollhättan verboten. Genaue Zahlen wurden nicht bekannt gegeben - es soll sich laut Aussage der Zollbehörden aber um eine stattliche Summe handeln.

Erst letzte Woche musste die GM-Tochter erstes europäisches Opfer der weltweiten Automobilkrise Insolvenz anmelden. Damals wurde noch verkündet, dass die Produktion aber fortgesetzt werden würde. Diese Aussage hilft den knapp 4100 Beschäftigten des Werkes Trollghättan jetzt nichts mehr. Die Probleme mit dem schwedischen Zoll will Saab deswegen so schnell wie möglich lösen.

GM - gerade selbst im Überlebenskampf - will die Produktion in Trollhättan - zunächst für drei Monate befristet - fortsetzen. Bis dahin soll Saab zu einem selbstständigen Unternehmen umgewandelt werden und die dafür notwendige finanzielle Unterstützung erhalten. Für die Realisierung dieser Pläne verlangt der amerikanische Mutterkonzern verlangt allerdings von der schwedischen Regierung Zuschüsse. Stockholm lehnt aber alle Hilfen ab, solange es keinen neuen Eigentümer für Saab gefunden hat. Der schwedische Autobauer produzierte im Geschäftsjahr 2008 rund 94.000 Wagen Fahrzeuge.