RoCC: Radarsensorik für alle Fahrzeugklassen

BMW Forschung und Technik, Continental, Daimler, Infineon und Bosch haben die Technologiekooperation »Radar on Chip for Cars« (RoCC) gegründet, mit dem Ziel Radarsysteme für alle Fahrzeugklassen zu entwickeln.

Ziel der gemeinsamen Forschungstätigkeiten von RoCC ist es, Radarsysteme von hoher Zuverlässigkeit in allen Fahrzeugklassen verfügbar zu machen und so die Sicherheit von Automobilen zu verbessern. Das Budget für das dreijährige Projekt beläuft sich auf über 17 Mio. Euro und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 8,3 Mio. Euro aus dem Förderprogramm ITK2020, Schwerpunkt »Innovationsallianz Automobilelektronik«, gefördert.

Hierfür entwickeln die fünf RoCC-Mitglieder gemeinsam hochintegrierte, kostenoptimierte Auto-Radarsensorik im Frequenzbereich von 76 bis 81 GHz sowohl für den Fernbereich (bis zu 250 m Reichweite) als auch für den Nahbereich (Reichweite von 5 cm bis 20 m). Infineon übernimmt dabei die Rolle des Projektkoordinators. Bei ihren Forschungsaktivitäten werden die fünf Unternehmen von den Universitäten Bochum, Bremen, Erlangen-Nürnberg, Stuttgart und Ulm, der Technischen Universität München sowie der Hochschule Ulm unterstützt.

Im Vorgängerprojekt »Kfz-Höchstfrequenz-Elektronik « (KOKON), das ebenfalls vom BMBF gefördert wurde, wurden die Grundlagen für die automobile Radarsensorik gelegt. So führten die Ergebnisse aus KOKON zur Entwicklung und Markteinführung der ersten Radar-Chip-Familie für 77 GHz auf Basis von Silizium-Germanium (SiGe) durch Infineon (RASIC) und zu ihrem Einsatz im weltweit ersten automotiven 77-GHz-Radarsystem durch Bosch (LRR3), das im Hochfrequenzteil nur noch siliziumbasierte Schaltkreise verwendet. Continental realisierte mit Hilfe der SiGe-Chips von Infineon den ersten Demonstrator eines Nahbereichsradarsystems bei 79 GHz.

Heutige Nahbereichssensoren hingegen arbeiten auf Basis der Ultrabreitbandtechnik bei 24 GHz, deren europäische Frequenzzulassung nur noch bis zum Jahr 2013 läuft. Das RoCC-Projekt soll daher die Umstellung auf den in der Europäischen Union bereits freigegebenen Frequenzbereich im Bereich von 79 GHz vorbereiten. Außerdem sollen die Kosten dieser höherfrequenten Sensoren nicht über denen heutiger 24-GHz-Systeme liegen. Diese Anforderungen stellen die Halbleitertechnologie, die Sensoraufbautechnik und den anschließenden Einbau im Auto vor große Herausforderungen. Diese Ziele lassen sich nur in dem Verbundprojekt mehrerer OEMs und ihrer Zulieferer realisieren.