Porsche bietet für Audi-Aktien nur gesetzlichen Mindestpreis

Porsche legt heute das angekündigte Pflichtangebot für die Ingolstädter Volkswagen-Tochter Audi vor, will diese aber nicht aus dem VW-Konzern heraus lösen.

Nachdem Porsche 35,14 Prozent an Volkswagen und damit eine faktische Hauptversammlungsmehrheit erreicht hat, sind die Zuffenhausener zu diesem Schritt gesetzlich gezwungen. Porsche sieht Audi als Bestandteil des Volkswagen-Konzerns und hat nicht die Absicht Audi herauszulösen.

Vor diesem Hintergrund wird den Audi-Aktionären lediglich der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis geboten. Er beläuft sich auf 485,83 Euro und errechnet sich aus dem gewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurs der Audi-Aktie vor Bekanntgabe der Anteilsaufstockung bei VW am 16. September. Die Annahmefrist für das Pflichtangebot ist auf die kürzeste gesetzlich zulässige Laufzeit von vier Wochen begrenzt und endet am 27. Oktober 2008.

Volkswagen hat bereits erklärt, das Angebot für seine 99,14 Prozent Audi-Aktien nicht anzunehmen. Damit gilt  das Pflichtangebot nur für den übrigen Streubesitz von 0,86 Prozent. Dieser entspricht rund 370.000 Audi-Aktien und einem Gesamtwert von etwa 180 Mio. Euro.  Außerdem beabsichtigt Porsche nicht, Audi-Aktien außerhalb des Pflichtangebots zu erwerben und hat Volkswagen angeboten, ihr die im Rahmen des Pflichtangebots angedienten Aktien weiterzuverkaufen.