Mobiler Mitfahrdienst OpenRide: Smartphone statt Daumen raus

OpenRide ist ein dynamischer, mobiler Mitfahrdienst: Fahrtwünsche und -angebote werden per Smartphone-App ausgetauscht. Die von Fraunhofer-FOKUS entwickelte Software wurde jetzt als Open Source veröffentlicht.

Fahrgemeinschaften ermöglichen nicht nur kostensparendes und umweltschonendes Reisen, sondern entlasten auch den Stadtverkehr. Um diese Entwicklung voranzutreiben, gibt Fraunhofer FOKUS (Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme) den Quellcode seines mobilen Mitfahrsystems OpenRide als Open Source frei. Dieser Schritt ermöglicht es Entwicklern und Anwendern, die Software kostenfrei zu verwenden, weiter zu entwickeln und für eigene Ideen und Geschäftsmodelle anzupassen.

Mit OpenRide können Fahrer und Mitfahrer unterwegs vom Mobiltelefon aus spontan Mitfahrgelegenheiten einstellen oder suchen. Die OpenRide-Software berücksichtigt dabei nicht nur den Start- und Endpunkt einer Fahrtroute, sondern die gesamte Stecke und eventuelle Umwege. Dadurch können Mitfahrer auch unterwegs auf Teilstrecken mitgenommen werden. Das System kombiniert ortsbasierte und soziale Web-Dienste und wird über den Webbrowser genutzt. Damit ist OpenRide im Gegensatz zu anderen Ansätzen direkt auf allen gängigen Smartphones nutzbar. Auch Verkehrsteilnehmer, die mit ihrem Netbook oder Tablet-Computer unterwegs sind, können so per OpenRide eine Fahrgemeinschaft bilden.

»Von dem Schritt die OpenRide-Software als Open Source freizugeben, versprechen wir uns eine schnellere Verbreitung von mobilen Mitfahrgelegenheiten und die stärkere Kombination mit anderen Diensten«, sagt die technische Projektleiterin Anna Kress.

Die freie zugängliche Software sorgt dafür, dass sich Mitfahrdienste unabhängig von einem einzelnen Softwareherstellers betreiben lassen. Bei Bedarf können sich verschiedene Mitfahrzentralen auch miteinander verbinden, um so von Mobilitätsinseln zu Mobilitätsnetzen zu kommen.

»OpenRide als freie Software – das bedeutet, dass Unternehmen, Entwickler und Anwender eigene Mitfahrdienste aufsetzen und die Software den eigenen Bedürfnissen entsprechend weiterentwickeln können. So werden neue Innovationen und neue Geschäftsmodelle entstehen und dem Mobilitätsmarkt neue Impulse liefern«, so Jan Ziesing vom Fraunhofer Institut FOKUS. Ab sofort kann jeder, ob Unternehmen, Stadt, Gemeinde, Event-Veranstalter, Entrepreneur oder Privatperson eine eigene Mitfahrzentrale für spontane Fahrgemeinschaften einrichten und an der Weiterentwicklung der Software mitwirken.