Opel: AG als Rettungsanker?

Wie das Handelsblatt berichtet, plant das Management von Opel, den angeschlagenen Automobilhersteller mit der Umwandlung in eine europäische Aktiengesellschaft zu retten. Eine offizielle Stellungnahme über die Pläne von Seiten Opels blieb bisher allerdings aus.

Das Management von Opel soll derzeit prüfen, ob es dem europäischen Geschäft von Opel im Rahmen seines Zukunftskonzeptes diese Rechtsform geben sollte. Entschieden sei aber bis dato noch nichts - unter Experten werde dieser Schritt ja schon seit längerem. Bekannt ist, das Opel momentan an einem Sanierungskonzept arbeitet, das das Management der Regierung in den folgenden Tagen präsentieren will.

Bis heute ist Opel als GmbH organisiert und zu 100 Prozent in den GM-Konzern in Europa integriert. Mit einer möglichen eigenständigen Aktiengesellschaft könnte Opel verhindern, dass eventuelle Staatshilfen nach Übersee zu General Motors anwandern. Bis heute besitzen die Rüsselsheimer nicht einmal ein eigenes Konto - einer der Knackpunkte, warum sich die Regierung mit Staatshilfen zurück hält.

Neben Opel könnte auch die englische Schwester Vauxhall in die europäische Aktiengesellschaft aufgenommen werden. Der Aufsichtsrat von Opel berät sich diese Woche noch über den Rettungsplan. Momentan kann der Automobilhersteller nicht auf Hilfe von Seiten des Staates rechnen. Auf Basis eines Sanierungsplanes hingegen könnte die Regierung mögliche Hilfen prüfen und gegebenenfalls einleiten.

Das Rettungsprogramm der Regierung sieht vor, dass Hilfen in Höhe von maximal 100 Mrd. Euro möglich wären - 75 Mrd. Euro davon aus Bürgschaften und die restlichen 25 Mrd. Euro aus Krediten. Der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bremst allerdings noch die Erwartungen: »Ist die wirtschaftliche Situation von Opel auf die Krise zurückzuführen bzw. sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die Krise auch anderweitig zu meistern? Das Risiko bei der Inanspruchnahme von Staatshilfen muss so klein wie möglich gehalten werden.« Des Weiteren betonte zu Guttenberg, dass diese Maßnahmen nicht zu ungerechtfertigten Wettbewerbsverzerrungen führen dürfen.

Nachdem die amerikanische Mutter GM vergangene Woche die Türen für eine mögliche Trennung von Opel geöffnet hat, sind nun die Manager des Unternehmens gefragt, schnellst möglich ein tragfähiges Konzept vorzulegen. Ansonsten könnte es still um die Rüsselsheimer werden. Was denken Sie ist der sinnvollste Weg für den Opel-Konzern - in unserer Umfrage haben Sie die Möglichkeit abzustimmen, was aus Sicht unserer Leser die beste Lösung wäre.