Micronas: »Wir differenzieren uns von den Standard-Anbietern«

Die Trennung von den Consumer-ICs ist für Micronas ein tiefer Einschnitt, trotzdem ist Micronas-CEO Wolfgang Kalsbach davon überzeugt, mit dem neuen Fokus auf Hall-Sensoren und Automotive-Controller den Fortbestand des Unternehmens sichern zu können.

Markt&Technik: Wie stellt sich die finanzielle Situation von Micronas im Moment dar? Mit welchen Einnahmen ist über den Verkauf bestimmter Teile von »Consumer« zu rechnen?

Dr. Wolfgang Kalsbach: Micronas weist per Ende 2008 einen Cashbestand von 303 Millionen Schweizer Franken aus und steht somit solide da. Über allfällige Einnahmen von möglichen Teilverkäufen des Consumer-Bereichs können wir noch keine Aussagen machen.

Gibt es Folgekosten, mit denen Micronas in Zusammenhang mit der Trennung von »Consumer« zu rechnen hat?

Im Zusammenhang mit der Schließung des Consumer Bereichs werden Kosten anfallen. Wie hoch diese ausfallen werden, können wir zum heutigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Im Moment laufen noch diverse Verhandlungen.

Hat die Trennung von »Consumer« Einflüsse auf die Fab in Freiburg?

Im Jahr 2008 wurden noch einige alte Consumer-Produkte in der Freiburger Fab produziert. Aufgrund des starken Nachfragerückgangs ist die Auslastung dieser Produkte, verglichen zum dritten Quartal 2008, aber um über 60 Prozent zurückgegangen, und die Lebenszeit der verbleibenden Consumer Produkte wird im laufenden Jahr sowieso zu Ende gehen. Die Fab in Freiburg produziert bereits heute hauptsächlich Hall-Sensoren für die Automobilsparte und für den Industriemarkt.

Wie hoch ist die Fab in Freiburg derzeit ausgelastet?

Die Auslastung beträgt zur Zeit zwischen 40 und 50 Prozent.

Welche Typen von ICs werden dort gefertigt, und wie sehen die Zukunftspläne aus?

Es werden heute größtenteils Hall-Sensoren für die Automobilsparte und für den Industriemarkt gefertigt. Wie schon erwähnt, ist die Freiburger Fab auf die Sensor- Produkte ausgerichtet, und aufgrund der spezifischen Produktionsanforderungen sehen wir noch eine lange Lebensdauer für unsere Produktionsanlagen.

Ist es wirtschaftlich überhaupt noch sinnvoll, eine eigene Fab zu betreiben? Die Fab ist größtenteils abgeschrieben. Die Investitionen beschränken sich daher vor allem auf den Unterhalt und können dementsprechend niedrig gehalten werden.

Was ist aus AutomotivePackage geworden?

Das AutomotivePackage hat bei den OEMs sehr guten Anklang gefunden. Wir haben das offensive Marketing zum AutomotivePackage etwas zurückgenommen, dafür mit dem easyLIN Controller auf dieser Basis eine erste Produktfamilie entwickelt. easyLIN kommt daher mit dem AutomotivePackage einher.