Ein grafisch orientiertes Prozessmodell unterstützt komplexe Prozessabläufe Management von Steuergeräte-Software-Entwicklung

Die Organisation der Software-Entwicklung für komplexe Systeme ist eine Managementaufgabe, die nur noch mit methodischer Unterstützung sachgerecht bewältigt werden kann. Eine an den UML-Software-Entwurf angelehnte Visualisierung der Prozessorganisation...

Ein grafisch orientiertes Prozessmodell unterstützt komplexe Prozessabläufe

Die Organisation der Software-Entwicklung für komplexe Systeme ist eine Managementaufgabe, die nur noch mit methodischer Unterstützung sachgerecht bewältigt werden kann. Eine an den UML-Software-Entwurf angelehnte Visualisierung der Prozessorganisation konnte in einem Musterprojekt zur Anwendungsreife entwickelt werden.

Die kontinuierliche Einführung neuer Funktionen, insbesondere im Oberklassensegment, führt zu einem rapiden Anstieg der Steuergerätevernetzung. Beispielsweise verfügt die Fahrzeugfunktion „Abstandsregeltempomat“ (ACC) über eine Vielzahl von Schnittstellen zu weiteren Fahrzeugkomponenten wie Antrieb, Bremse, Motor, Kombiinstrument, Getriebeautomatik und Bussystem. Darüber hinaus bestehen Abhängigkeiten zwischen den Fahrzeugfunktionen. Ein Beispiel ist das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP), das die Sensor-Signale über fahrdynamische Größen bereitstellt.

Die Komplexität des gesamten Systems hat wesentlichen Einfluss auf den heutigen Entwicklungsprozess genommen. Durch die immer stärkere Verzahnung der Fahrzeugfunktionen und -komponenten ist künftig eine Entwicklung nur möglich, wenn sich alle beteiligten Fachabteilungen auf eine gemeinsame Vorgehensweise verständigen.

Schwächen derzeitiger Prozessmodelle

Ein erster Schritt zur Vereinheitlichung der abteilungs- und projektübergreifenden Prozessaktivitäten wurde mit der Einführung von „Automotive SPICE“ [1] vorgenommen. SPICE ist ein standardisiertes Bewertungsmodell, bietet jedoch keinerlei Vorschriften zur Darstellung von Prozessabläufen, so dass eine einheitliche Sicht auf die Entwicklungsprozesse nicht gewährleistet ist. In einer Projektstudie [2] wurden Aktivitätsdiagramme der Unified Modeling Language (UML) verwendet [3], um ein standardisiertes Darstellungsmittel zu erhalten, mit dem einfache Prozessabläufe einheitlich dargestellt werden können. Ein wesentlicher Nachteil dieser UML-Notation ist die ungünstige Darstellung komplexerer Prozessabläufe mit vielen Stake-holdern.