LIN-Transceiver-ICs mit Wake-Up-Management

Die zwei Transceiver-Familien (ATA6663/64 und ATA6628/29/30/31) für LIN-Netzwerkanwendungen von Atmel.

Auf der embedded world 2010 stellte Atmel zwei Transceiver-Familien (ATA6663/64 und ATA6628/29/30/31) für LIN-Netzwerkanwendungen vor, die über ein Wake-Up-Management und laut Hersteller den branchenweit geringsten Stromverbrauch verfügen.

Die LIN-Transceiver eignen sich für den Einsatz in Fahrzeugelektronik, wie Türmodulen, Sitzsteuerungen oder intelligente Sensoren sowie für Antriebsstrang-Anwendungen wie Motorsteuerungssysteme. Bei den Bausteinen ATA6663 und ATA6664 handelt es sich um autonome LIN-Bus-Transceiver-ICs, bei den LIN-Transceivern ATA6628/29/30/31 hingegen um so genannte System-Basis-Chips (SBCs). Im Vergleich zu autonomen LIN-Transceivern sind SBCs höher integriert und enthalten einen Spannungsregler, einen Watchdog Timer (WDT) und hochpräzise Spannungsteiler für Messungen der Versorgungsspannung. Das Low-Power-Management des Bauelementes ermöglicht auch LIN-Bussysteme mit gemischter Stromversorgung und Kurzschluss nach Masse am LIN-Bus mit einem kleineren Stromverbrauch.

Diese neuen LIN-Bauelemente hat Atmel mit Hilfe seiner BCD-on-SOI-Hochvolt-Technologie (SMART-I.S.) entwickelt und für den Betrieb bis zu 40 V in rauen Umgebungen optimiert. Zudem sind sie EMV-unempfindlich (EMC- und ESD-Prüfungen) sowie nach LIN2.1 (Europa) und SAE J2602-2 (US) konform. Der ESD-Schutz (mehr als 6 kV) ist von Vorteil für die Entwicklung robuster Elektroniksystem für die rauen Automobilanwendungen.

Die SBCs ATA6628/29/30/31

Dank der monolithischen Integration des Spannungsreglers (ATA6629: 3,3 V, ATA6631: 5 V), des WDT- und der Hochpräzisions-Spannungsteiler (ATA6628: 3,3 V, ATA6630: 5 V) eignen sich die SBCs auch für Anwendungen, die geringen Platz auf der Leiterplatte und kleinere Abmessungen der Bauelemente erfordern. Durch einen implementierten Übertragungsmodus mit hoher Datenrate kann auch die LIN-Bus-Programmierung im Prüfstand am Ende des Produktionsbandes realisiert werden. Darüber hinaus bieten sie mehrere Schutzfunktionen, wie Übertemperaturabschaltung und vollständigen Schutz gegen Kurzschlüsse. Sie erfüllen die Anforderungen der Automobil-Qualifikation und überstehen Transienten entsprechend ISO/TR 7637/1.

Die LIN-Transceiver-ICs ATA6663/4

Diese Bauelemente entsprechen sowohl dem Standard LIN2.1 sowie den allgemeinen EMV-Anforderungen V1.1 und lassen sich mit Versorgungsspannungen von bis zu 40 V betreiben. Die vollständig integrierten LIN-Transceiver bilden die Schnittstelle zum LIN-Protokoll-Handler (d.h. zur lokalen MCU) und zum LIN-Bus. Eine verbesserte Flankenkontrolle am LIN-Bus sorgt für eine sichere Datenkommunikation mit bis zu 20 kBaud unter Verwendung eines RC-Oszillators für das Protokoll-Handling. Da der Time-Out-Timer bei dominantem TxD deaktiviert ist, ermöglicht der ATA6664 Übertragungen mit sehr kleinen Datenraten. Daher eignet er sich für MOST-ECL-Bussysteme. Der Sleep-Modus minimiert die Stromaufnahme auf typischerweise 10 µA. Die Bausteine ATA6663/64 sind kompatibel zu den 3,3-V- und 5-V-Bauteilen. Zudem enthalten sie einen Time-Out-Timer bei dominantem TxD-Anschluss, um zu verhindern, dass die Busleitung ständig in einen dominanten Zustand geschaltet ist.

Um EMI-Probleme zu vermeiden, verfügen beide ICs über eine Flankenkontrolle. Der Eingangsfilter des Empfängers trägt dazu bei, HF-Störungen zu minimieren, die durch Signale auf der Busleitung verursacht werden. Außerdem verfügen sie über mehrere Schutzfunktionen wie Übertemperaturabschaltung, vollständigen Schutz gegen Kurzschlüsse und Schutz der Busleitung gegen hohe Spannungen (bis zu 40 V). Wie die ATA628/29/30/31-Bausteine erfüllen sie auch die Anforderungen der Automobil-Qualifikation und überstehen Transienten entsprechend ISO/TR 7637/1.

Muster der LIN-SBC-ICs ATA6628/ATA6630 im bleifreien QFN20-Gehäuse sind ab sofort erhältlich, Muster der LIN-SBCs ATA6629/ATA6631 sowie der LIN-Transceiver-ICs ATA6663/ATA6664 sind im bleifreien SO8-Gehäuse erhältlich.