Elektromobilität Laden ohne Steckdose

Schnell, induktiv und positionstolerant: Wenn das vor Kurzem gestartete Projekt BIPoLplus seine Ziele erreicht, werden die Akkus von Elektrofahrzeugen zukünftig berührungslos und dank satten 22 kW Ladeleistung auch deutlich flotter als bisher aufgefüllt.

Aktuell werden Elektrofahrzeuge in der Regel per Ladekabel manuell an normalen Haushaltssteckdosen aufgeladen. Die maximale Ladeleistung ist dabei üblicherweise auf 3 kW begrenzt, sodass die Vollladung einer Fahrbatterie von etwa 20 kWh Kapazität ca. 5 bis 8 Stunden dauern kann. Im Projekt BIPoLplus, das eine Laufzeit von 36 Monaten hat, wird nun ein berührungsloses Schnellladesystem mit 22 kW Ladeleistung erforscht, bei dem die Ladeenergie induktiv zwischen der Ladestation und dem Elektrofahrzeug übertragen wird. Die berührungslose Energieübertragung und die hohe Ladeleistung bringen für den Fahrzeugnutzer eine deutliche Komfortsteigerung beim Ladevorgang bei gleichzeitig deutlich reduzierter Ladezeit. Auch kurze Stopps, zum Beispiel auf halböffentlichen Supermarkt-Parkflächen, könnten zukünftig durch den vollautomatisch ablaufenden Ladevorgang bequem zum Aufladen genutzt werden.

Um dieses Ziel erreichen zu können, sind jedoch noch Forschungsarbeiten notwendig, damit der Prozess der berührungslosen Schnellladung sowohl in das Fahrzeug als auch das Stromnetz optimal integriert werden kann. Das Projekt BIPoLplus wird daher durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Spitzenclusters „Elektromobilität Süd-West“ mit insgesamt rund 5,1 Millionen Euro gefördert. Projektpartner sind u.a. die Daimler AG (Projektleitung), Robert Bosch GmbH, EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Porsche AG sowie die Forschungseinrichtungen DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, KIT Karlsruher Institut für Technologie und die Universität Stuttgart.