Knapp vier Milliarden Liter Sprit pro Jahr sparen

Eine in Schweden veröffentlichte Studie prognostiziert, dass im Jahr 2010 weltweit rund 88 Millionen Navigationssysteme verkauft werden. Durch das Einsparpotential der Routenplanung nach geringstem Verbrauch lassen sich so rechnerisch 3,7 Milliarden Liter Kraftstoff pro Jahr einsparen.

Für das Jahr 2008 erwartet die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) einen Anstieg auf 4,7 Millionen verkaufte Navigationsgeräte, was einem Plus gegenüber dem Vorjahr von mehr als 25 Prozent entspricht. Außerdem verfügen die Reisebegleiter ein hohes Potential zur Schonung der Umwelt, das sich aber erst in den kommenden Jahren vollständig entfalten wird.

Nach der in Schweden veröffentlichten Studie, erzielten Fahrzeuge durch eine am Spritverbrauch orientierte Navigation, Einsparungen von bis zu acht Prozent. Hierbei flossen nicht nur die schnellste oder die kürzeste Streckenführung in die Berechnung mit ein, sondern auch Straßeneigenschaften wie Fahrbahnbreite, typisches Verkehrsaufkommen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Eine Routenplanung unter all diesen Aspekten würde, umgerechnet auf alle Fahrten, eine Kraftstoff-Ersparnis von vier Prozent ergeben.

Das Volumen der dadurch möglichen Einsparungen demonstriert folgende Kalkulation: Für das Jahr 2010 sagen Marktforscher einen weltweiten Absatz von 88 Millionen Navigationssystemen voraus. Angenommen, all diese Geräte beherrschen bereits Routenempfehlungen nach dem Kriterium des geringsten Verbrauchs. Wenn die durchschnittliche Kilometerleistung bei 12.000 km/Jahr und der Verbrauch bei 8,8 l/100 km (gegenwärtige Durchschnittswerte für Deutschland) liegen, dann ergibt sich pro Fahrzeug ein Einsparungspotential von 42,2 l/Jahr. Multipliziert mit 88 Millionen beläuft sich die gesamte mögliche Einsparung auf 3,7 Mrd. l/Jahr.

»Schon jetzt helfen Navigationsgeräte, überflüssige Kilometer und Schleichfahrten im Stau zu vermeiden. Mit zunehmender Intelligenz der Navigations-Software wird es künftig auch möglich sein, Routenempfehlungen systematisch nach den Kriterien der Treibstoff-Minimierung zu berechnen«, prognostiziert Dr. Rainer Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu. »Daraus resultieren Effekte, die spürbar zur Ressourcenschonung und zur Verringerung des CO2-Ausstoßes beitragen werden.«