Karmann baut weniger Stellen ab als geplant

Noch vor knapp zehn Tagen verkündigte der Sprecher des Karmann-Insolvenzverwalters, Pietro Nuvoloni, das rund ein Viertel der Arbeitsplätze abgebaut werden müsse. Nun sieht es danach aus, dass nur 300 der 513 Betroffenen ihren Arbeitsplatz verlieren.

Wie die IG Metall verkündet, einigten sich der Betriebsrat des Cabrio-Spezialisten und der vorläufige Insolvenzverwalter am Wochenende in einem Interessenausgleich und Sozialplan darauf, statt der angekündigten 513 nur 300 Stellen abzubauen. Der Werkzeugbau mit insgesamt 250 Arbeitsplätzen soll nun doch nicht geschlossen, sondern umstrukturiert und damit rund 160 Arbeitsplätze gesichert werden.

»Wir sind somit zukünftig so aufgestellt, dass alle Unternehmensbereiche entwicklungs- und zukunftsfähig sind«, erklärte Wolfram Smolinski, Betriebsratsvorsitzender von Karmann. Dies steigert die Attraktivität Karmanns für mögliche Investoren. Außerdem könne das Unternehmen so parallel auf kurzfristige Aufträge reagieren.

Es gibt aber nicht nur Positives für die Mitarbeiter zu vermelden. Denn als Bedingung für den Abbau von weniger Arbeitsplätzen sollen die Beschäftigten ihrerseits auf rund 30 Prozent des Gehalts verzichten. »Wir werden die Verhandlungen aufnehmen, aber der Insolvenzverwalter muss natürlich wissen, dass wir im Gegenzug Regelungen zur Beschäftigungssicherung fordern werden«, so Hartmut Riemann, IG Metall-Bevollmächtigter für Osnabrück. Derzeit beschäftigt Karmann noch 1979 Mitarbeiter.