Insolventer Automobilriese oder großzügiger Kreditgeber?

Der insolvente amerikanische Automobilriese General Motors (GM) – oder besser der amerikanische Steuerzahler - greift dem seit Oktober 2005 in Chapter 11 befindlichen Automobilzulieferer Delphi mit rund 250 Mio. Dollar unter die Arme.

Mit einem Überbrückungskredit in Höhe von rund 250 Mio. Dollar unterstützt GM den finanziell angeschlagenen Zulieferer Delphi. GM aber selbst steckt ebenfalls im Insolvenzsumpf und verfügt aktuell nicht über diese Mittel. Folglich fließen amerikanische Steuergelder Richtung Delphi, die eigentlich für die eigene Sanierung angedacht waren.

Delphi hatte sich am 28. Mai 1999 von GM mit der Vision getrennt, als größter Automobilzulieferer der Welt den Markt zu erobern. Mit dem Ergebnis: Sechs Jahre später ist Delphi auch ohne Wirtschaftskrise in die Insolvenz marschiert. Seit diesem Zeitpunkt belastet der Zulieferer den jetzt ebenfalls in den Insolvenzstrudel geratenen Automobilriesen jedes Jahr mit erheblichen finanziellen Forderungen aufgrund bestehender Verträge.

Aufgrund dessen, ist nun die private Beteiligungsgesellschaft Platinum Equity mit einer Lösung für beide Unternehmen beauftragt worden. Das US-amerikanische Unternehmen aus Beverly Hills, Kalifornien, will für bis zu 750 Mio. Dollar Anteile von Delphi aufkaufen. Dieser Handel soll Delphi aus dem Insolvenzverfahren helfen und GM von der bestehenden Schuldenlast gegenüber seinem ehemaligen Zulieferer befreien. Von Seiten GMs gibt es wenig Konkretes zu diesem Fall zu hören. Nur so viel, dass eine Finanzierung für den Aufkauf von Delphi ein Teil des revidierten Sanierungsplans von GM sei.