Infineon will Nummer eins bei Auto-Chips werden

Infineon ist momentan die Nummer zwei bei Automotive-Halbleitern hinter Freescale. Doch dies soll nach Infineoens Vertriebs- und Technologievorstand Hermann Eul in Kürze ändern – die Münchner wollen die Automobilkrise für sich nutzen.

»Ich bin überzeugt, in Kürze werden wir zur Nummer eins bei Auto-Chips aufsteigen - vielleicht schneller als manche denken«, sagte Infineons Vertriebs- und Technologievorstand Hermann Eul gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Im Moment befindet sich Infineon auf dem zweiten Platz hinter Freescale. »Wir werden davon profitieren, dass immer mehr Elektronik im Auto verbaut wird«, sagte Eul.

Besonders den rasanten Anstieg bei der Verwendung von Elektromotoren sieht Infineon als Chance. »Wir arbeiten an Chips für Hybridfahrzeuge«, so Eul weiter. Hierfür betreibt der Halbleiterspezialist gemeinsam mit Hyundai ein Forschungslabor.

Derzeit reduziert der Konzern seine Arbeitsplätze um 3000 seiner 30.000 Arbeitsplätze. Außerdem hat Infineon Kurzarbeit sowie die vorübergehende Stilllegung ganzer Werke angekündigt. »Wir haben etwa drei Viertel des geplanten Stellenabbaus umgesetzt«, sagte Eul. Mit Hilfe dieser Sanktionen will Infineon insgesamt 250 Mio. Euro einsparen.

Gleichzeitig wurde auf Beschluss des Amtsgerichts München Arnaud de Weert als neues Aufsichtsratsmitglied bestellt. De Weert folgt auf Prof. Dr. Martin Winterkorn, der sein Amt zum 31. Januar 2009 niedergelegt hat.

Arnaud de Weert ist seit 1. Mai 2006 Präsident von Novelis Europa. Davor war er unter anderem neun Jahre in unterschiedlichen Führungspositionen bei General Electric in England, Spanien und den Niederlanden tätig.