»In Gefahr und in der Not ist der Mittelweg der Tod«

Stehen die Hersteller von ICs für Autos vor einem Markteinbruch, oder kann die Zunahme der Elektronik im Kfz zumindest einen Teil kompensieren? Alle IC-Hersteller befürchten Bremsspuren im Absatz, aber es gibt auch Lichtblicke.

»Dieses Mal ist die Situation anders als in den vorausgegangenen Abschwüngen, denn die Automobilhersteller in Nordamerika und Europa haben deftige Produktionskürzungen angekündigt «, so lautet die Analyse von Ian Riches, Director of the Automotive Electronics Service bei Strategy Analytics. »Diese Drosselungen werden dafür sorgen, dass der Umsatz mit Automobilelektronik in diesem Jahr stagnieren wird. Im nächsten Jahr wird er sogar um 1 Prozent schrumpfen.«

Auch Peter Mies, Direktor der Automotive Business Unit bei Renesas Technology Europe, ist der Meinung, dass die jetzige Krise anders als die vorherigen ist: Autos stehen bereits auf Halde. »Dementsprechend haben meiner Meinung nach die Autobauer sehr wenig Zeit, um Sonderaktionen zu fahren. Einzig Preisnachlässe sind eine Möglichkeit, den Kaufreiz zu erhöhen «, so Mies weiter.

Bei dieser Krise spiele der Faktor »Leasing«wieder eine wichtige Rolle. Die Leasing-Flotten seien mittlerweile sehr groß, und sie zu finanzieren sei in der derzeitigen Krise sicherlich kein einfaches Unterfangen. Mies: »Wenn sich im nächsten Jahr die Produktion um 1 Mio. Autos verringert, so sinkt der Halbleiterumsatz in Europa im nächsten Jahr zwischen 400 und 600 Mio. Euro. Das ist meine persönliche Prognose, vorausgesetzt, es kommt nicht noch schlimmer, als es bislang absehbar ist.«

Ähnlich sieht es Herbert Sax, Technical Marketing Principal Engineer, Marketing & Applications in der Automotive Business Unit Europe von STMicroelectronics: »Die derzeitige Situation in der Automobilindustrie wird Bremsspuren in der Volumenfertigung der Halbleiterhersteller hinterlassen.«