EV-neo Honda stellt Elektroroller vor

Honda hat den Elektroroller EV-neo vorgestellt. Von einer Li-Ion-Batterie mit Energie versorgt, soll der knapp vier PS starke Stadtflitzer persönliche Elektromobilität ermöglichen.

Seit April kann der EV-neo in Japan geleast werden, gleichzeitig wird er von Honda im Rahmen verschiedener Testprogramme eingesetzt. Dabei wird der Roller z.B. an Touristen vermietet bzw. an Lieferunternehmen verleast. Auch in Europa wird der EV-neo jetzt getestet: Die Stadtverwaltung von Barcelona erhält für ein Jahr 18 Fahrzeuge.

Der Elektromotor des einsitzigen Rollers leistet 2,8 kW / 3,8 PS. Die Lithium-Ionen-Batterie kann an einem haushaltsüblichen Stromanschluss nachgeladen werden. Mit dem normalen Ladegerät dauert es dreieinhalb Stunden, bis die Batterie wieder ihre volle Kapazität hat. Das mobile Ladegerät kann im Fach unter dem Sitz mitgeführt werden. Mit dem größeren Schnellladegerät verkürzt sich der Ladevorgang auf eine halbe Stunde.

Der Betrieb des EV-neo entspricht dem eines Benzinrollers. Der Fahrer betätigt den Gashebel, und ein Gaspositionssensor (APS - Accelerator Position Sensor) setzt dies in ein elektrisches Signal um.

Die Antriebseinheit (Power Drive Unit; PDU) berechnet auf Basis des APS-Signals und der Informationen vom Batterie-Management (Battery Management Unit; BMU) die optimale Ausgangsleistung des Motors.

Die PDU setzt sich aus zwei Bereichen zusammen: Dem 12-V-Steuerbereich, der kontinuierlich den Strom für das gesamte Fahrzeug (Motor, Instrumente, Scheinwerfer und Ladegerät) verwaltet und per CAN mit der BMU kommuniziert, und dem 72-V-Fahrerbereich. Der Fahrerbereich wandelt den Gleichstrom der Li-Ion-Batterie in dreiphasigen Wechselstrom um, der den Motor antreibt. Dadurch, dass die PDU direkt hinter der Triebsatzschwinge und zwischen Batterie und Motor platziert wurde, ist die Kabelverbindung zwischen diesen drei Teilen kürzer, die Antriebseinheit insgesamt kompakter und die Stromübertragung effizienter.

Als Antrieb fungiert ein bürstenloser Gleichstrommotor, der mittels eines innenliegenden Permanentmagneten auch bei niedrigen Drehzahlen hohe Leistung liefert. Um eine reibungslose Beschleunigung bei hohen Drehzahlen und eine effiziente Leistung im gesamten Drehzahlbereich zu gewährleisten, nutzt der Motor effektiv das Reluktanzmoment, das durch die Anziehungskräfte zwischen den Magneten und Stahlteilen entsteht.

Der EV-neo ist für verschiedenste Nutzungsbedingungen ausgelegt (ebene Strecken, hügelige Strecken, beladener Zustand etc.) und hierfür mit einer automatischen Fliehkraftkupplung ausgestattet, die Honda exklusiv für Elektrofahrzeuge entwickelt hat. Diese Kupplung baut auf der erfolgreichen automatischen Fliehkraftkupplungstechnologie auf, die Honda für seine Roller mit Benzinmotor entwickelt hat.