Handys machen mobilen Navis Konkurrenz

Nach Jahren des Wachstums sind die Verkaufszahlen für mobile Navigationsgeräte im laufenden Geschäftsjahr 2009 erstmals rückläufig. Durch die aktuell den Markt stürmenden Handys mit GPS-Empfänger bekommen die mobilen Navis zusätzliche Konkurrenz.

Laut dem Hightech-Verband Bitkom scheint der Markt für mobile Navigationssysteme seinen Zenit erreicht zu haben. Erstmals nach Jahren des Wachstums geht die Zahl verkaufter Navis zurück. Dieses Jahr sollen nur noch 4,2 Mio. Exemplare abgesetzt werden – im vorangegangenen Geschäftsjahr lag die Zahl noch bei 4,3 Mio. Einheiten.
»Nach den steilen Zuwächsen in den vergangenen Jahren bekommen Navigationsgeräte die Konkurrenz der Handys zu spüren«, erklärt Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. Allein von 2006 bis 2008 sind in Deutschland mehr als 10 Mio. Navigationsgeräte verkauft worden. Laut einer aktuellen Erhebung des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag von Bitkom verfügt bereits jeder vierte Haushalt (26 Prozent) über ein tragbares Navigationsgerät. Allerdings kaufen die Nutzer immer mehr Handys mit GPS-Empfänger, die sich mit Hilfe einer entsprechenden Software wie vollwertige Navigationsgeräte einsetzen lassen.

Dementsprechend sind die Verkaufszahlen reiner Navigationsgeräte rückläufig und gleichzeitig sinken die Preise. Während ein Navi im Jahr 2006 durchschnittlich noch annähernd 400 Euro kostete, zahlen die Käufer heute im Schnitt nur noch rund 175 Euro – Einsteigermodelle gibt es bereits für unter 100 Euro. Für Interesse sorgen aber weiterhin die vielen neuen Funktionen. Moderne Navis können Musik und Videos abspielen oder mit DVB-T-Empfänger und elektronischem Programmführer ausgerüstet sein. So verfügen einige Modelle des Hochpreissegments über lernende Software, die dem dem Fahrer neben den Optionen kürzeste oder schnellste Strecke auch die umweltfreundlichste Variante vorschlagen. Mit Hilfe eines umfassenden Berichts zu Kraftstoffverbrauch und Kilometerleistung erhält der Fahrer einen Überblick darüber, wie und wo er Sprit sparen kann.

Eine weitere Neuerung, die einige High-End-Navis zur besseren Orientierung anbieten, ist die fotorealistische 3D-Darstellung, bei der Häuser, Straßen, Fassaden, Zebrastreifen und Ampeln detailgetreu auf dem Display sichtbar sind. Allerdings ist diese Option bisher lediglich für einige ausgewählte europäische Metropolen verfügbar. Manche Geräte sind auch nach dem Aussteigen aus dem Auto nützlich, denn für sie gibt es für 10 bis 15 Euro Karten für die Fußgängernavigation. Außerdem können die Fußgänger bei der Routenplanung auch öffentliche Verkehrsmittel wie Busse und U-Bahn-Stationen berücksichtigen.