Bosch Große Umsatzpotenziale bei Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen

Zukunftsvision automatisiertes Fahren.
Zukunftsvision automatisiertes Fahren.

Die Bosch-Gruppe erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent. Einen maßgeblichen Beitrag zu dieser Entwicklung soll insbesondere der Unternehmensbereich Kraftfahrzeugtechnik leisten.

Um 2,1 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro konnte der größte Unternehmensbereich bei Bosch den Umsatz im Jahr 2012 steigern. Das gab das Unternehmen auf der Bilanz-Pressekonferenz in Stuttgart bekannt. Beim Kraftfahrzeugtechnikbereich lagen allerdings der EBIT mit 1,4 Milliarden Euro und die Umsatzrendite mit 4,5 Prozent beide unter dem Vorjahr. Hauptfaktoren dafür waren nach Unternehmensangaben hohe Vorleistungen in den Bereichen der Elektromobilität, gestiegene Rohstoffpreise und die Trennung vom Geschäft mit der Radbremse.

Für das laufende Jahr sind die Erwartungen dagegen deutlich höher: „Wesentliche Entwicklungsziele bleiben mehr Unfall- und Umweltschutz für das Auto“, sagte Dr. Bernd Bohr, Vorsitzender des Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik. Große Markt- und Umsatzpotenziale sieht Bosch bei Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen. An deren Weiterentwicklung arbeiten mehr als 5.000 Ingenieure. Das Unternehmen setzt mit solchen Systemen aktuell rund fünf Milliarden Euro um. In den kommenden Jahren soll der Umsatz in diesem Bereich jährlich um zehn Prozent wachsen. Treiber dieses Wachstums ist ein neues Ratingschema für Fahrzeugsicherheit. Ab 2014 erhalten Neuwagen die Höchstnote nur, wenn sie mindestens einen Fahrerassistenz-Sensor an Bord haben. Seit dem Jahr 2000 hat Bosch bereits eine Million Radarsensoren hergestellt. Bis 2016 sollen es schon zehn Millionen sein. In der sicheren Integration der neuen Assistenzfunktionen mit Sensoren, Steuergeräten und Aktuatoren ins Gesamtsystem „Auto“ sieht Bohr die Stärke von Bosch.

Eine wichtige Voraussetzung für hoch automatisierte Funktionen wie beispielsweise Kreuzungsassistenten ist der Datenaustausch von Fahrzeugen untereinander. „Das automatisierte Fahren wird vernetztes Fahren sein“, so Bohr weiter. Mit Systemvernetzung im Fahrzeug will Bosch darüber hinaus weitere Potenziale bei Effizienz und Umweltschonung heben. Das weltweit erfolgreiche Start/Stopp-System erweitern die Ingenieure von Bosch mit Hilfe intelligenter Navigation zum „Ausroll- und Segelassistenten“. Durch das Zusammenspiel von vernetzter Technik und Fahrverhalten ist hier eine Kraftstoffersparnis von bis zu 15 Prozent möglich.

Auch im Bereich der Antriebssysteme arbeitet Bosch an der Reduktion von Verbrauch und Kohlendioxidausstoß. Mit der Weiterentwicklung von Benzin- und Dieseleinspritzsystemen kann der Verbrauch nochmals um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. 2012 hat Bosch in Summe über fünf Millionen Benzindirekteinspritzsysteme abgesetzt. Hier stieg der Umsatz um 50 Prozent.