goetzpartners: Automobil-Zulieferer haben Einsparungspotenzial

Explodierende Rohstoffkosten, vor allem im Bereich Stahl und Rohöl, setzen die Zuliefer-Industrie unter Druck. Doch sehen goetzpartners Management Consultants bei den Produktkosten Einsparmöglichkeiten von bis zu 25 Prozent.

Die deutschen Automobil-Zulieferer erwarten drastische Kostensteigerungen. Stahlhersteller haben Preiserhöhungen von 50 bis 60 Prozent angekündigt. Die enorme Verteuerung betrifft auch an das Rohöl gekoppelte Produkte. Analysen von goetzpartners Management Consultants weisen jedoch einen Weg aus der Kostenfalle. Durch eine konsequente Produktkostenanalyse sollen erhebliche Einsparungen möglich sein.

Die überwiegend mittelständische Zulieferer-Branche in Deutschland kann die Preissteigerungen nicht an die Automobilhersteller weitergeben. Dies verhindern goetzpartners zufolge hoher Wettbewerb und der Preisdruck von Seiten der Hersteller. Jedoch hat goetzpartners in seinen Projekten herausgefunden, dass sich Einsparungen bis zu 25 Prozent bei gleichzeitiger Optimierung der Produktivität erzielen lassen. Besonders vielversprechend ist es den Analysten zufolge, auch Anpassungen beim Produkt zu berücksichtigen, wie etwa konstruktive oder materialbezogene Verbesserungen.

Optimierung der Produktpalette spart Kosten

Im Fall eines Zulieferers war es möglich, eine Standardisierung über mehrere Produkte hinweg einzuführen und teure Materialien durch qualitativ gleichwertige kostengünstigere zu ersetzen. Auch wurden Fertigungsschritte außerhalb der Kernkompetenzen an einen Sub-Lieferanten vergeben, der die Leistung günstiger erbringen konnte. »Damit verschafft sich der Unternehmer Handlungsspielräume für strategische Überlegungen, legt die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung und sichert langfristig auch Arbeitsplätze«, erläutert Jörg Sendele, Autor der Studie.

Wichtig sei auch die Einbindung der Entwicklungsabteilung, um die Anforderungen des Herstellers zu erfüllen, sowie des Controlling, um die Kalkulationsqualität zu verbessern. Bei der Analyse der Produktkosten sollte man sich auf die Top 20 Prozent der Produkte konzentrieren. Darüber hinaus sollten die Hersteller in die Freigabe und Preisgestaltung eingebunden werden. »Es hat sich in der Vergangenheit als wenig opportun erwiesen, Änderungen ohne die Freigabe des OEM vorzunehmen. Die resultierenden Haftungsfragen stellen ein zu großes Risiko dar«, erklärt Jörg Sendele.