Forscher verschaffen Autofahrern mehr Überblick

Forscher der TU Chemnitz haben eine LED-Leiste entwickelt, die am unteren Rand der Frontscheibe angebracht wird und alle Daten im Sichtbereich darstellt, die auf den Fahrer in einem modernen Fahrzeug einströmen.

Ob Informationen des Navigationsgerätes, die Staumeldungen des Autoradios oder die Warnhinweise des Bordcomputers - dem Autofahrer stehen heute zahlreiche Informationen zur Verfügung, die ihm zu einer sicheren Fahrt verhelfen sollen. Doch wie stellt man dem Fahrer all diese Daten zur Verfügung, ohne ihn vom Verkehrsgeschehen abzulenken? Mit dieser Frage beschäftigen sich Wissenschaftler des Interdisziplinären Zentrums für Fahrerassistenzsysteme (I-FAS) an der TU Chemnitz. Ihre Antwort: Eine LED-Leiste, die am unteren Rand der Frontscheibe angebracht wird und sich über den gesamten frontalen Sichtbereich des Fahrers ausdehnt.

Die LED-Leiste deckt halbkreisförmig einen Blickbereich von rund 135 Grad ab und ermöglicht dadurch eine Darstellung von Warnhinweisen direkt an der Blickachse zwischen dem Auge des Fahrers und dem Ziel. Durch ihre Höhe von weniger als zehn Zentimetern verdeckt sie dabei nicht das Verkehrsgeschehen. Die Leiste setzt sich aus neun Modulen zusammen, die jeweils mit 256 LEDs bestückt sind. Jede einzelne dieser LEDs kann 27 Farben und Graustufen in acht Helligkeitsstufen darstellen.

»Bisher werden zur Präsentation visueller Hinweise und Warnungen meistens so genannte Head-down-Displays eingesetzt, die in der Mittelkonsole, also neben dem Tachometer, integriert sind«, erklärt Philipp Lindner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Nachrichtentechnik. Zunehmend würden aber auch Head-up-Displays verwendet, bei denen Informationen auf die Frontscheibe projiziert werden. Diese lenken Studien zufolge den Fahrer weniger ab, sind jedoch technisch aufwändig und können bisher nur in einem kleinen Bereich des Fahrerblickfeldes dargestellt werden, so Lindner weiter.