Assistenzsysteme Forscher entwickeln Baustellenlotsen

Baustellenlotse und Road-Side-Unit.

Die Forschungsinitiative AKTIV hat einen intelligenten "Baustellenlotsen" entwickelt - ein Assistenzsystem, das mit Hilfe von Daten aus Road-Side-Units den Verkehrsfluss bei Autobahn-Baustellen optimieren oder Staus gänzlich vermeiden soll.

Wochenendheimfahrt, Baustelle, Stau auf der Autobahn. Dass diese leidige Erfahrung kein Einzelfall ist, bestätigt die Statistik: Fast 50 Prozent aller Staus auf bundesdeutschen Autobahnen werden durch Baustellen verursacht – Tendenz steigend. Abhilfe soll hier der intelligente "Baustellenlotse" von AKTIV schaffen. Das Assistenzsystem verkürzt Reisezeiten, optimiert die Straßenauslastung und entschärft unfallträchtige Situationen.

Die Entwickler wollen durch intelligente und kooperative Assistenzsysteme das Staurisiko auf Deutschlands Straßen um rund 15 Prozent senken und die Kapazität des Straßennetzes um zirka zehn Prozent steigern. Dabei soll der "Baustellenlotse" den Fahrer in schwierigen Engpässen – wie zum Beispiel in Baustellen – unterstützen. Wird der Verkehr im Rahmen eines klassischen Baustellen-Managements bislang lediglich in Form von Beschilderungen und anderen Maßnahmen kollektiv beeinflusst, setzt die neue Technologie auf individuell abgestimmte Informationen. Der auf diese Weise erweiterte Verkehrshorizont hilft dem Fahrer, seine Fahrweise vorausschauend der Verkehrssituation entsprechend anzupassen.

Bordeigene Systeme im Fahrzeug zeichnen den Fahrtverlauf im Umfeld der Baustelle auf. Mittels Kommunikationstechnologien werden die Informationen an so genannte Road Side Units (Funkeinheiten, die räumlich flexibel an Bundestrassen und Autobahnen aufgestellt werden) übertragen. Als lokales Kommunikationszentrum sammeln sie die bereitgestellten Informationen, werten sie hinsichtlich relevanter Daten, wie Anzahl und Breite der Fahrspuren in der Baustelle, Verkehrsdichte, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Überholverbote, aus und geben die Informationen an die den Baustellenbereich ansteuernden Fahrzeuge weiter. Durch den Datenaustausch ist der Fahrer in der Lage für unterschiedliche Verkehrssituationen entsprechende Systeme des Baustellenlotsen im Fahrzeug zu aktivieren, wie etwa Informationen über den Verkehrshorizont oder die verkehrlich optimierte Abstandsregelung.