Ford: Ausstieg aus Brennstoffzellen-Projekt mit Daimler

Ford steigt bei Nucellsys, dem Brennstoffzellen-Joint-Venture mit Daimler, aus. Die Stuttgarter ihrerseits übernehmen die Ford-Anteile und wollen die Fertigung von Brennstoffzellen-Systemen weiterführen.

Es ist ein wenig überraschend, denn erst vor vier Jahren haben Ford und Daimler mit der gemeinsamen Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben begonnen. Nun zieht sich Ford aus dem Joint Venture Nucellsys zurück. Den 50-prozentigen Nucellsys-Anteil von Ford übernimmt Daimler. Seit dem Jahr 2005 haben die beiden OEMs am Nucellsys-Standort in Klein-Nabern Brennstoffzellen-Systeme gefertigt. Daimler seinerseits will an Nucellsys festhalten aber 65 der aktuell 204 Arbeitsplätze des Joint Ventures streichen.

Nicht betroffen vom Ausstieg Fords ist das in Vancouver ansässige Ford-Daimler-Joint-Venture »Automotive Fuel Cell Corporation«. Dort fertigen die beiden OEMs seit dem Jahr 2007 Brennstoffzellen-Stacks. Somit ist der Nusellsys-Rückzug nicht gleichbedeutend mit einem Ausstieg Fords aus der Brennstoffzellen-Technologie. Daimler hält 50,1 Prozent, Ford 30 Prozent und der kanadische Brennstoffzellenentwickler Ballard die restlichen 19,9 Prozent an der Automotive Fuel Cell Corporation.

Bis zum Jahr 2015 will Daimler die Brennstoffzelle großserienreif und auch wirtschaftlich vertretbar machen. Derzeit besitzen die Stuttgarter knapp 100 solcher Fahrzeuge und noch im Laufe dieses Jahres soll auf der B-Klasse-Plattform eine Kleinserienproduktion starten. Ford hingegen sieht die Brennstoffzellen-Technologie mittlerweile aus einem anderen Blickwinkel, wie noch zu Beginn des Joint Ventures. Grund hierfür ist die dafür notwendige und kostenintensive Infrastruktur. Zudem gewinnt der Elektroantrieb immer mehr an Bedeutung. Ford verfügt noch über rund 30 Brennstoffzellen-Fahrzeuge, von denen drei Stück im herstellerübergreifenden Feldversuch »Clean Energy Partnership« in Berlin zum Einsatz kommen. Auch in den Vereinigten Staaten laufen Testreihen mit weiteren 26 H2-Focus-Modellen. Nichts desto trotz will Ford auch weiterhin einzelne auf Brennstoffzellen basierende Versuchsträger bauen.