Europäischer Automarkt: 2007 nur leichtes Plus

Trotz lebhafter Nachfrage in Osteuropa konnte der PKW-Absatz insgesamt nur um 1,1 Prozent zulegen. Dies meldete der europäische Herstellerverband ACEA am Mittwoch in Brüssel. Nach unten gezogen wurde das Ergebnis vom schwachen deutschen Markt.

Dynamisch war im Zeitraum Januar bis Dezember 2007 die Nachfrage in den Neuen EU-Ländern, wo es mit knapp 1,2 Millionen Neuzulassungen eine Zunahme um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gab. Die Verkäufe in Westeuropa waren mit rund 14,8 Millionen und einem Plus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr stabil. In den 27 EU-Ländern und den Efta-Staaten Norwegen, Island und Schweiz stieg der Absatz insgesamt auf knapp 16 Millionen Autos, was einem Plus von 1,1 Prozent entspricht.

Deutscher Markt zieht nach unten

Negativ auf das Gesamtergebnis wirkte sich der Absatzeinbruch auf dem deutschen Markt aus. Laut ACEA verzeichnete der größte Automobilmarkt Europas von Januar bis Dezember 2007 einen Rückgang der Verkäufe um 9,2 Prozent von rund 3,47 Millionen auf rund 3,12 Millionen Fahrzeuge. Im Dezember 2007 wurden gegenüber dem Vorjahresmonat 20,3 Prozent weniger Autos zugelassen.

Der negativen Entwicklung im Inland steht eine gute Position der deutschen Hersteller auf dem europäischen Markt gegenüber. Nach Angaben des VDA konnten die deutschen Autobauer ihren im Jahr zuvor deutlich vergrößerten Marktanteil erfolgreich verteidigen und verkauften rund 47 Prozent aller in Westeuropa abgesetzten Fahrzeuge. In den neuen EU-Ländern blieb ihr Anteil mit über 44 Prozent ebenfalls auf hohem Niveau.


Diesel begehrt

Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen legte 2007 in Westeuropa um gut 4 Prozent zu, während der Absatz von Benzinern um 4 Prozent sank. Damit waren 53 Prozent aller Neuzulassungen in Westeuropa Diesel-Pkws. Steigende Benzinpreise und ein Beitrag zur CO2-Senkung mit dem Clean Diesel sorgen für einen anhaltenden Boom bei den Kunden. Die deutschen Hersteller profitieren davon, sind sie doch in der verbrauchsarmen und leistungsstarken Dieseltechnologie führend. Ihr Marktanteil beträgt in diesem Segment mehr als 50 Prozent.


Frankreich mit CO2-sensitiver Steuer 

Seit Januar gilt in Frankreich ein an den CO2-Ausstoß gebundenes Bonus-Malus-System bei der Steuer. Dies sorgte vor Jahresende für eine Absatzsteigerung um 20 Prozent. Im Gesamtjahr 2007 wurden mit 2,1 Millionen 3 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen. Dabei setzten die einheimischen Anbieter 2 Prozent weniger Fahrzeuge ab und erreichten nur noch einen Marktanteil von 52 Prozent. Dagegen legten die ausländischen Hersteller bei den Verkäufen deutlich zu. Die deutschen Anbieter steigerten ihren Absatz um 6 Prozent auf über 585.000 Fahrzeuge. Sie erreichten damit einen Marktanteil von gut 28 Prozent, was einen Zuwachs von 1 Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Großbritannien: deutsche Marken liegen gut

Die Neuzulassungen in Großbritannien lagen 2007 mit 2,4 Millionen Fahrzeugen um knapp 3 Prozent höher als im Vorjahr. Dabei stieg die private Nachfrage um 1 Prozent, die gewerblichen Verkäufe steigerten sich um 4 Prozent. Privatkunden hatten an den Gesamtverkäufen einen Anteil von etwa 44 Prozent. Die deutschen Hersteller lagen auf dem britischen Markt gut im Rennen. Sie steigerten ihre Verkäufe mit 1,1 Millionen Fahrzeugen um 5 Prozent. Ihr Marktanteil in Großbritannien lag bei 48 Prozent, was über 1 Prozentpunkt mehr als im Vorjahr bedeutet.

Italien: Subvention und Rekordabsatz

Die Pkw-Neuzulassungen in Italien erreichten im letzten Jahr mit 2,5 Millionen Fahrzeugen und einem Plus von 7 Prozent ein Rekordergebnis. Dazu verhalf auch die Einführung einer Verschrottungsprämie mit zweijähriger Steuerbefreiung beim Kauf eines Neuwagens. Besonders die italienischen Hersteller konnten davon profitieren und steigerten ihren Marktanteil um 1 Prozentpunkt auf über 31 Prozent. Auch die deutschen Marken verzeichneten ein Absatzplus von 6 Prozent. Ihr Marktanteil blieb damit annähernd konstant.

Spanien schwächelt

Die Neuzulassungen in Spanien lagen 2007 bei 1,6 Millionen und damit um 1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Vor allem die private Pkw-Nachfrage war infolge hoher Inflation um 6 Prozent geringer. Dagegen gab es beim Mietwagengeschäft einen Zuwachs um 2 Prozent, bei den Firmenwagen sogar um 7 Prozent. Zum Jahresbeginn 2008 wurde von der Regierung die Verschrottungsprämie für Altautos abgeschafft. Dies lässt vermuten, dass der Absatz von Neuwagen in Spanien im Verlauf dieses Jahres weiter zurückgehen wird.

Neue EU-Länder mit hoher Nachfrage

Der Pkw-Absatz in den Neuen EU-Ländern entwickelte sich 2007 sehr positiv. Mit knapp 1,2 Millionen Fahrzeugen wurden 14,5 Prozent mehr als im Vorjahr verkauft. Ein insgesamt gutes Konsum- und Investitionsklima wirkt sich auch auf die Nachfrage nach neuen Autos aus. Mit steigender Kaufkraft kaufen Kunden immer häufiger einen Neuwagen statt eines Gebrauchtwagens. Der Neuzugang Rumänien löste Polen als volumenstärksten Markt ab. Der Pkw-Absatz stieg hier um ein Viertel auf 312.500 Fahrzeuge, in Polen um 23 Prozent auf 293.300 Fahrzeuge. Nur Ungarn lag um 8 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahrs.