Europa: Autoabsatz steigt, Premium gefragt

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) teilt mit, dass der Pkw-Absatz in Europa im Oktober um 6 Prozent höher lag als im Oktober 2006. Besonders positiv entwickelte sich die Nachfrage in den neuen EU-Ländern.

Der Pkw-Absatz in Europa lag laut VDA im Oktober mit gut 1,3 Mio. Fahrzeugen um 6 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Verkäufe in Westeuropa legten um 5 Prozent zu. In den Neuen EU-Ländern setzte sich mit einem Anstieg um 12 Prozent die positive Nachfrageentwicklung fort. Besonders Polen mit einem Plus von 18 Prozent und Rumänien mit einer Steigerung von 11 Prozent waren Wachstumstreiber.

In den ersten zehn Monaten des Jahres lag der Pkw-Absatz in Europa mit 13,6 Mio. Fahrzeugen 1 Prozent über dem Vergleichszeitraum 2006. Die Verkäufe in Westeuropa übertrafen das Vorjahresniveau knapp um 0,3 Prozent, der Absatz in den Neuen EU-Ländern stieg dagegen um 15 Prozent. Die deutschen Hersteller erreichten in Westeuropa einen Marktanteil von etwa 47 Prozent, in den Neuen EU-Ländern ist ihr Anteil mit über 44 Prozent ebenfalls auf hohem Niveau.

Nach Zahlen des europäischen Herstellerverbands ACEA (Association des Constructeurs Européens d'Automobiles) steigerten sich besonders deutlich die deutschen Premium-Hersteller BMW und Mercedes bei den Neuzulassungen. Bei BMW legte der Mini um 67,5 Prozent zu, bei Daimler der Smart um 40 Prozent. Beide Konzerne konnten ihren Marktanteil auf jeweils 5,6 Prozent ausbauen. Sie überholten damit Toyota, dessen Marktanteil von 5,7 auf 5,4 Prozent sank.

Diesel-Pkws in Westeuropa werden zunehmend nachgefragt und legten bei den Verkäufen um 4 Prozent zu, während die Benziner um 4 Prozent nachließen. Dabei schneiden die deutschen Hersteller hervorragend ab. Mehr als jeder zweite in Westeuropa verkaufte Diesel-Pkw kommt von einem deutschen Hersteller.

In Italien lag der Pkw-Absatz im Oktober mit 205.300 Fahrzeugen um 9 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Auch die deutschen Hersteller konnten von der guten Entwicklung profitieren. So steigerten Mercedes die Verkäufe um 13 Prozent, Opel um 11 Prozent. Aufgrund der bis zum Jahresende gewährten staatlichen Verschrottungsprämie für Altfahrzeuge rechnet man auch für die beiden kommenden Monate mit einer hohen Rate bei den Neuzulassungen.

In Großbritannien wurden mit 166.800 Pkws im Vergleich zum Vorjahresmonat 8 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft. Die deutschen Marken konnten wie schon vorher ein überdurchschnittliches Plus verzeichnen: Mit 82.000 Fahrzeugen steigerten sie ihre Verkäufe um 11 Prozent. Der Marktanteil der deutschen Hersteller legte damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um einen Prozentpunkt auf über 49 Prozent zu.

In Frankreich wurden im Oktober mit 188.900 Pkws 9 Prozent mehr Fahrzeuge neu zugelassen. Die deutschen Marken legten beim Absatz um 16 Prozent zu. Damit hatten sie im abgelaufenen Monat einen Marktanteil von nahezu 28 Prozent, was eine Zunahme von über einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.

Der deutsche Neuwagenmarkt befindet sich dagegen weiter in der Krise. Im Oktober wurden um vier Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat neu zugelassen. In den ersten zehn Monaten sanken die Neuzulassungen um acht Prozent.