EU will Elektro- und Wasserstoffautos voranbringen

Im Europäischen Parlament (EP) wurde diese Woche darüber debattiert, wie abgasarm ein Verbrennungsmotor überhaupt werden kann. Von 2015 an sollen Autos höchstens noch 125 g Kohlendioxid pro Kilometer freisetzen. Das ist ein Ziel auf dem Weg zu mehr Umwelt und Klimaschutz. Aber auch dem alternativen Wasserstoff- und Elektroantrieb ebnet die EU derzeit den Weg auf Europas Straßen. Auch von dieser Seite verstärkt sich der Modernisierungsdruck auf den klassischen Benzin- und Dieselmotor.

Vor gut einem Jahr hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für eine Verordnung mit Zielen zur CO2-Abgassenkung vorgelegt hat. Die europäische Automobilindustrie nennt die Zielvorgaben der Kommission sehr ehrgeizig, verlangt vehement mehr Zeit zur Umsetzung und eine höhere Toleranz bei den schweren Limousinen, wie sie vor allem in Deutschland gebaut werden. Ob ihre Argumente überzeugend sind, darüber herrscht im Europäischen Parlament Uneinigkeit. Ein Teil der Abgeordneten erkennt durchaus an, dass Hersteller zwischen fünf und sieben Jahre benötigen, um die Fahrzeugkonstruktion zu wirtschaftlichen Bedingungen zu ändern. Somit werden die durchschnittlichen Emissionen der Wagen, die 2008 auf den EU-Markt kommen, wahrscheinlich immer noch höher als 150 g/km sein.

Ein Vorschlag ist, verbindliche Jahresemissionsziele ab 2011 wirksam werden zu lassen. Sie sollen für alle Hersteller gelten und kontinuierlich Jahr für Jahr technische Verbesserungen an den Fahrzeugen fördern. Damit soll EU-rechtlich für den Fall vorgesorgt werden, dass Fahrzeughersteller kurz vor dem Zieljahr 2015 erneut erklären, ihre Technologie sei für den endgültigen Grenzwert von 125 g CO2/km noch nicht bereit.

Das EP will insgesamt an dem Fahrplan festhalten: Ab 2020 darf demnach der Ausstoß nicht mehr als 95 g CO2/km betragen. Ab 2011 soll zudem ein CO2-Emissionslizenzsystem eingeführt werden, in dessen Rahmen Hersteller und Importeure Bußgelder pro verkauften Wagen zahlen müssen - und zwar umso höher, je weiter die Emissionen über den festgelegten Obergrenzen liegen. Geldstrafen könnten mit Gutschriften verrechnet werden, die die Hersteller bekommen, wenn sie Personenkraftwagen neu zulassen, deren Ausstoß unterhalb der Grenzwerte liegen. Das Europäische Parlament empfiehlt darüber hinaus die Einführung eines »Sterns«, bei dessen Vergabe alle Aspekte der Umweltleistung berücksichtigt werden. Das sind neben den CO2-Emissionen auch andere Schadstoffemissionen, Kraftstoffverbrauch, Gewicht, Aerodynamik, Raumausnutzung, Geräuschpegel und umweltorientierte Fahrhilfen. Auch die Werbung soll stärkeren Regulierungen bei der Kennzeichnung, Bewerbung und Vermarktung unterzogen werden, damit sich Verbraucher auf Werbeaussagen bezüglich der Umweltverträglichkeit des Fahrzeugs besser verlassen können. Dazu gehört, dass mindestens 20 Prozent einer Werbefläche, wie Prospekte oder Verkaufsschilder für Neufahrzeuge, Informationen über den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß enthalten müssen.

Seit der Kommissionsvorschlag auf dem Tisch liegt, sorgen weitere EU-Initiativen für frischen Antrieb zur Einführung von Fahrzeugen mit Wasserstoff- und Elektroantrieb. So könnte die geplante Richtlinie zum Ausbau der erneuerbaren Energien einiges in dieser Richtung bewirken. Anfang September hatte das Europäische Parlament mit der Festlegung von EU-weiten Mindeststandards und Zulassungskriterien für Wasserstoffautos einige Hürden zur Einführung dieser Antriebstechnologie beiseite geräumt.