ETAS: Biogas-A4 rast ins Guinness Buch der Rekorde

Ein mit Biogas betriebener Audi A4 Quattro erreichte bei der Innovationsschau für Erd- und Biogasfahrzeuge auf dem Nürburgring eine Höchstgeschwindigkeit von 364,6 km/h. Diese Rekordfahrt wurde ins Guinness Buch der Rekorde aufgenommen.

Die Ingenieure des Kompetenzzentrums für Gasantriebe von TÜV Rheinland, der Versorgungs- und Verkehrsbetriebe Saarbrücken (VVS), des Tuning-Spezialisten Hohenester sowie neben ETAS noch acht weitere als Sponsoren beteiligte Komponentenlieferanten bauten einen serienmäßigen Audi A4 Quattro in einen rekordverdächtigen Biogas-Rennboliden um.

Auf der Rennstrecke erreichte Jürgen Hohenester mit dem Biogas-A4 ein Spitzentempo von 364,6 km/h und schrieb damit ein Stück Motorsportgeschichte. Bei seinem Rekordversuch brach Hohenester den noch aus dem Jahr 1984 bestehenden Weltrekord um 20 km/h, den damals ein Bugatti als schnellstes Biogasfahrzeug aufgestellt hatte. Die Rekordfahrt protokollierte und bestätigte Olaf Kuchenbecker, Jury-Mitglied der Guinness World Records.

Für das Weltrekordfahrzeug - mit 700 PS unter der Haube - lieferte ETAS die Messtechnik und Kalibrier-Software für die Motorapplikation. Außerdem setzten die Ingenieure erstmals das ES630, ein besonders genaues und schnelles Lambdamodul für die Kontrolle des Luft-/Kraftstoff-Verhältnisses ein, das sich flexibel an verschiedene Kraftstofftypen anpassen lässt. Mit Hilfe des Einkanalgeräts ES630, das auch als Zweikanalvariante ES631 erhältlich ist, lassen sich Lambdawerte über einen weiten Bereich von Gemischen mit Kraftstoff- oder Luftüberschuss präzise bestimmen. Auf Basis von Vergleichsmessungen lässt sich der Lambdaregler des Motorsteuergeräts im Fahrzeug genau einstellen. Außerdem lassen sich die robusten Lambdamessmodule in einen Temperaturbereich zwischen -40 und +70 °C betreiben.

Für den Leistungsumbau des Motors auf Biogas rüsteten die Ingenieure das Motorsteuergerät mit der universellen Steuergeräte-Schnittstelle ETK aus. Um bis an die Leistungsgrenze gehen zu können, erfassten sie die verschiedenen Sensorwerte und Temperaturen am Motor mit dem Thermo- und A/D-Modul ES650. Für die Anpassung der Motorparameter visualisierten und werteten sie die Daten der gesamten Messkette mit der Applikations-Software INCA aus. Zur Absicherung der Testergebnisse führten sie abschließend Versuchsfahrten unter Zuhilfenahme des externen Heads-Up-Displays ES780 und des Drive-Recorders ES715 durch, die es dem Fahrer erlaubten, dabei seine volle Konzentration auf die Rennstrecke zu richten.