ESP-Pflicht für Europa, USA und Australien

Laut gesetzlichen Regelungen muss ab Ende 2014 jedes Neufahrzeug das in den USA, Europa und Australien zugelassen wird, das aktive Sicherheitssystem ESP an Bord haben.

Aufgrund gesetzlicher Regelungen, die in den USA, Europa und mittlerweile auch in Australien verabschiedet wurden, wird spätestens ab Ende 2014 jedes Neufahrzeug das aktive Sicherheitssystem an Bord haben. »ESP kann bis zu 80 Prozent aller Schleuderunfälle verhindern und bietet daher ein erhebliches Plus an Sicherheit«, erklärt Dr. Werner Struth, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control. »Zudem nutzen nahezu alle künftigen Assistenz- und Sicherheitssysteme die ESP-Sensorsignale und seine Eingriffsmöglichkeiten. Ist ESP vorhanden, lässt sich beispielsweise ein automatisches Notbremssystem schneller und kostengünstiger realisieren.«

Bereits seit dem Jahr 2007 gilt in den USA eine sukzessive Einführung von ESP für Neufahrzeuge bis zum Modelljahr 2012. Europa schreibt allen neuen Fahrzeugmodellen ab November 2011 die Ausstattung mit dem Sicherheitssystem vor, allen Neuzulassungen von November 2014 an. Letzten Monat beschloss auch Australien, dass neue Fahrzeugreihen ab November 2011 und alle Neuzulassungen ab November 2013 mit dem Elektronischen-Stabilitäts-Programm ausgestattet werden müssen. Damit gilt die 100-Prozent-Pflicht dort bereits ein Jahr früher als in der EU.

ESP-Anteil wächst stetig an

Im Jahr 2008 stieg der Anteil der in Deutschland neu zugelassenen Pkw mit ESP um zwei Prozentpunkte auf 81 Prozent. In Europa gab es im Vergleich zum Jahr 2007 einen Zuwachs um fünf Prozentpunkte auf 55 Prozent.

In vielen europäischen Ländern nahm die ESP-Ausrüstungsrate wesentlich stärker zu – beispielsweise in Italien von 42 auf 51 und in Großbritannien von 48 auf 56 Prozent. In Frankreich dagegen ging der Anteil von 46 auf 42 Prozent zurück, was vor allem am gestiegenen Anteil neu zugelassener Kleinwagen liegt. Im deutschen Kleinwagensegment wuchs der Anteil um sechs Prozentpunkte auf 44 Prozent. »Sorgenkind bleiben die Kleinwagen«, so Struth, »obwohl ESP hier mindestens so wichtig ist wie bei größeren Fahrzeugen.« In den fünf größten Märkten Europas ist nur gut jeder fünfte Klein- oder Kleinstwagen mit ESP ausgerüstet.